Anmerkung über eine vielschichtige, schwierige transatlantische Beziehung,

die mal mehr und mal weniger freundschaftliche Züge trägt..."

 

 

"Und der Tag beginnt mit einer Schusswunde", so ähnlich hat es mal Wolf Wondratscheck beschrieben. Als in meinem Fall ein mir bis heute unbekannter US-amerikanischer Waffenträger, der sein "Unwesen" nicht als Amokschütze an amerikanischen Lehreinrichtungen trieb, sondern auf dem europäischen Kontinent, bzw. knapp 4 Monate nach dem sog. D-Day in der ersten deutschen Stadt Aachen, als berechtigte Person nach dem Kriegsvölkerrecht, uniformiert, auf einen grossgewachsenen, schlaksiken deutschen Wehrmachtsangehörigen eine Patrone verfeuerte, vermutlich mit einer Langwaffe, da hätte der 18-jährige Josef H. von einem gewissen Glück sprechen können, traf ihn doch das Projektil im linken Kniebereich. - Weder ein Interview mit dem 18-jährigen ist überliefert, noch eine Beschreibung, wie man sie aus den Grabenkäpfen Flanders, 20 Jahre zuvor, meint vor Augen zu haben. - Mann gegen Mann, quasi ritterlich, als wäre es ein etwas  aus den Rudern gelauferner Biathlon-Wettbewerb...
Verwundet zu werden, ohne damit eine Lebensbedrohung zu erleiden, beschwor in der innerhalb der selbst ernannten Trutzburg nazistischer Soldateska-Beschwörung stante pede  einen veritablen Anfangsverdacht: Der Vorwurf:- Selbstverstümmelung, Desertion, das  Herbeiführen von nicht tödlichen Verletzungen durch eigene Hand...."feiges, hinterrückses Verhalten, das den sicheren Endsieg, dolchstossend gefährde...". - Immerhin nahmen in diesem letzten Kriegsjahr fanatische, oder vielleicht nur die "öffentliche Ordnung" aufrechterhaltene Schnell-Gerichte tatsächlich und leibhaftig ihre "patriotische Arbeit" auf und vollstreckten Todesurteile an so manchem Minderjährigen .. und wie schon in den ruhmreichen Zeiten früherer Metzeleien, hingen fortan  landauf, landab die Delinquenten an Masten, Laternen und Bäumen..- Was sich ab 40, 41 gegen sog. Partisanen in der Ukraine und Serbien vollzogen hatte an Kriegsgräuel, wurde nrn mit akribischer Energie am eigenen "aus der Art" geschlagenen männlichem Nachwuchs vollzogen...  Kurz nach dem Tod meines Vaters meldete sich bei mir ein "Kamerad", der ähnlichen Jahrgangs, Josef H. aus der Kampfzone, Schusslinie herausgeschaft hatte. - Tatsächlich habe er sich auch für ihn gegenüber de, Generalverdacht ausgeprochen, ein Ami habe ihn erwischt, das habe er sehen können. Josef H., der sich vergeblich für die Marine empfohlen hatte, sei zwar kein Anwärter für besonders tapfere soldatische Mutproben, aber ein guter Kamerad, an dem nichts Falsches sei... Der Gewährszeuge, selbst stramm und willens, den Sturm der dekadenten Jungs aus Ohio und Tennessee aufzuhalten, erhielt Gehör und fand Glauben. - Josef H. rückte horizontal, aber noch sehr lebendig in ein Lazarett (Bad Driebugr) ein und kam monatespäter, noch bettlägrig in Us-amerikanische Gefangenschaft. - Und Josef H., bei dem ich später Kind sein sollte, hatte um wenige Zentimeter die Voraussetzung für eine wunderbare deutsch-amerikanische Beziehung geschaffen. - Nach Aachens "Befreiung", die von den meisten Deutschen zunächst als bittere Niederlage und Beginn der Beatzungszeit erlebt wurde, kam es in Buchenwald und Dachau wenige Monate später zu Befreiungen, die in ihrer Sprachregelung auch damals so gültig waren. - Josef H. und viele andere, die in Gefangenschaft kamen, bevor die westlichen Kriegsalliirten buchstäblich auf die präzedenzlosen Beweise einer verbrecherischen national-sozialistichen Weltanschauung gestossen wurden, hatten Glück.- Die Bilder der ausgemergelten, dem Tode nahen Gestalten, in schlafanzug-ähnlichen Kleidungen, dazu die zahllosen Toten, die als bizarre Haut-Knochen-Haufen von den Filmkameras für die Welt festgehalten wurden, hätte die Motivation vieler Amerikaner verstärkt, mit grösseren Eifer, den Germans zu begegnen. - Why we fought ? - Die Sache wäre nach nur einer Minute innerhalb des Stacheldrahts von Dachau und Buchenwald ganz und gar klar gewesen, gar nicht zu sprechen von den Lagern Auschwitz und Majdanek, die von der Roten Armee befreit wurden. - Die Deutschen hatten keinen harten Krieg geführt, den sie aufgrund der miltärischen Überlgenheit der Gegner nicht gewinnnen konnte. Nein, die Deutschen hatten hinter dem Anschein eines konventionellen Krieges einen Vernichtungsfeldzug gegen die Grundprinzipien des Menschseins an sich gehalten. Die von weiten Teilen der Deutschen akzeptierte Politik, die den Mord an den deutschen und europäischen Juden, den Mord an Sinti und Roma, die zahllosen Morde an sog. slawischen Menschen, die Ausrottungspolitik gegen ganz Städte wie z.B.  Leningrad, ermöglichte  und herbeiführte, musste gestoppt werden. - Von aussen, durch miltärische Gewalt, die man im einzelnen kritisieren mag, aber die ich unabdingbar halte. - Ja, in normalen Zeiten könnte man auch nach meinem Dafürhalten über die Verhältnismässigkeit der Bombardierungen der deutschen Städte z.B., oder über manche Kriegshandlungen unterhalten. - Aber die Normalität hatte ein Ende. - Um den Nazi-Spuk zu beenden, waren viele Mittel nötig.-

 

 

 

 

 

 

 

   
     
     

 

     
 
     
     
     
     
     
   
   
   
   
   

 

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