Kunst am Bau - Arbeiten im öffentlichen Raum

 

 

 

 

      

 

 

 

 

Grundsätzlich erfüllen öffentliche Aufträge für selbständige Künstler oftmals den Zweck, sich ökonomisch abzusichern bzw. die eigene freie Kunstausübung zu ermöglichen. Das trifft, soweit sich das sagen läßt, auch für Josef Hauzenberger zu. Und trotzdem greift dieser utilitaristische Ansatz dann zu kurz, wenn die im Rahmen öffentlicher Ausschreibungen, für konkrete Orte und Raumvorgaben entworfenen Produktionen etwa als "sekundäre", als Kunstwerke minderer Qualität aufgefasst würden. Bei Hauzenberger scheinen  gerade großformatige Aufträge, wie sie etwa für das Verwaltungsgebäude der Bayerischen Motorenwerke oder für Einrichtungen der Deutschen Post realisiert werden konnten, afu signifikante Weise Einfluß auf die Malweise seines gesamten Werks genommen haben. So wechselt  nicht zufällig zu Beginn der siebziger Jahre die Art des Farbauftrags von einem dicken, fast ungezügelten "expressionistischen" Pinselduktus zu einer domestizierten, ökonomischen, fast transparenten Malweise, die bisweilen kühl, ja steril wirkt im Verhältnis zu den Bildern der sechziger Jahre. 

Für diese - allein quantitativ - großen malerischen Herausfoderungen (nicht zuletzt was die Maßstabsveränderung anbelangt)  konnte er nur zum Teil auf jene handwerklichen Fertigkeiten zuückgreifen, die er sich während seiner zwanzigjähigen Tätigkeit als Bühnenmaler erworben hatte. Zwar galt es auch hier, ganz andere Proportionen und Maße auszufüllen, aber im Gegensatz zur temporären, zweckgebundenen  Theaterkulissenmalerei, vorwiegend auf Effekt und in kostengünstiger Weise hergestellt, entfernte er sich schon in der Wahl seiner Mittel weitgehend von den nicht eigenverantworteten Produktionen. Gerade weil er vom "Theater" kam, den doppelten Boden, die Theatereffekte beherrschte, wußte er sich in seinen nur von den Dimensionen ähnlichen öffentlichen Aufträgen abzuheben.

Gelegenheit für eine verspielte, der Phantasie freien Lauf und Pinselstrich lassende Malerei, bot sich im Kleinen, wenn es etwa darum ging, Geschenke zu gestalten, kleine Holzkistchen zu verzieren. Im großen Format aber konnte er sich gelegentlich von sog. Faschingsdekorationen "austoben" und verwirklichen. So verstand er es  in den späten siebziger, frühen achtziger Jahren auf Einladung des Lehrstuhls für Kybernetik an der Technischen Universität München auf seine Weise an eine dionysische Münchner Tradition der Atelierfeste der fünfziger und seschziger Jahre anzuknüpfen.
 

 

      

Wenngleich die Originale bedauerlicherweise mehr erhalten sind, geben die Photographien doch in eindrücklicher Weise Einblick in die verspielte Leichtigkeit, mit welcher diese Prospekte, die sichtbar sich des Repertoires der antiken Sagenwelt bedienen, angelegt wurden.  Wie sich hier zeigt, konnte er auf die in den Theatermalsälen erworbenen Fähigkeiten - hier allerdings in eigener Regie - zurückgreifen - und die in strenger Auftteilung und Bearbeitung entstehende Malweise seiner "seriösen Arbeit" für einen Moment ruhen lassen.

                                                                                                                        In dieser Hinsicht mag man es durchaus bedauern, dass sich Hauzenberger nur selten diese "Auszeit"  - als Korrektiv zu der formal-strengen und thematisch eingeschränkten Produktion dieser Jahre - nahm.

     

Auch wenn hier nicht der Ort ist, explizit auf die Bedeutung des Münchner Faschings, der beühmten "Schwarz-Weiss-Bälle"  näher einzugehen, muss der Fasching, wie er wieder seit den späten vierziger Jahren in München,  inmitten der Ruinenkulissen, einer zu 60 Prozent zerstörten Stadt, sukzessive sich zu etablieren begann, eine karthatische Wirkung entfaltet haben. -

Selbstverständlich korrespondierte diese auf einige Wochen begrenzte hedonistische Lebenskultur auch mit einer ostentativen "unpolitischen Halrtung", einer kollektiven Verabredung, die belastenden Themen auszublenden, bzw. aktiv zu "beschweigen".  So gehörten diese für diese Zeit, lebensbejahenden Zeugnisse einerseits zum sichtbaren, öffentlich gemachten Rahmen eines Rückzugs ins Private. Andererseits wurde mit der Aufnahme an eine Tradition der Stadt München angeknüpft, deren Ursprünge bis ins späte 19. Jahrhundert zurückreichen. Insofern restaurierte und wiederbelebte sich eine "geordnete Freizügigkeit" auf der Folie eines durch den christlichen Kalender festgelegten zeitlichen Ablaufs.

Anerkennung und Einbeziehung des öffentlichen Raums

 

 

Während  Faschingsdekorationen auch Reminiszenzen an eine Zeit als Bühnenmaler, einer Zeit des nicht selbständigen Arbeitens, waren, beginnt sich zu Beginn bei Hauzenberger der siebziger Jahre eine grossflächige Auftragsmalerei zu etablieren, die mit keinem anderen Wettbewerb so sehr verbunden ist wie mit dem anlässlich des "Zylinder-Baus" des 1973 fertiggestelllten BMW-Verwaltungsgebäude ausgeschriebenen Wettbewerb. -

Auch hier erscheint es angezeigt auf die grössere "Erzählung" zumindest stichpunktartig zu verweisen. Die Vergabe der Olympiade von 1972 nach München, veränderte nicht nur München als Austragungsort, damit die Bebauung des früheren Oberwiesenfelds, veränderte nicht nur nachhaltig das Stadtbild, in dem an der Nordseite ein geschlossenes modernes Ensemble von Sportstätten und einer als Voralpenlandschaft ispiertere künstliche Hügel und Seenlandschaft enstand. - Buchstäblich über dem Schutt der "Trümmer der Vergangenheit" wurde nach Friedrich von Sckells Landschaftsgartenarchitektu des ausgehenden 18. Jahrhuinderts und frühen 19. Jahrhunderts,

Wenngleich der neugestaltete BMW-Komplex vom Olympiapark durch den Petuelring getrennt war, fügte nahm auch Schwantzers Zylinder-Bau Grundgedanken der Gesamtsituation ein in die autonmone und funktionale Planung ein.  - Zwar fehlt bei Schwantzer jener als demokratisch ausgewiesene Duktus, was zum Beispiel die Umgehung des symmetrischen, bzw. die Durchlässigkeit der Dachkonstruktionen bertrifft. - Dafür aber zeichnet sich das Hochhaus aber durch eine bestechende Modernität und Formschönheit aus. - Und wenn man so will, scheint Hauzenbergers Entwurf und Ausführung für die Ausgesatltung des Speisesaals, realistierte Fomren des Olympiaparks zumindest mitzudenken..

 

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Auch er baute Modelle, stellte Plastilin-Männchen in den Raum, aber es galt nicht aus jener idealtypischen Königsperspektive auf ein Proszenium.

 

öffentliche Räume sind naturgemäß auch zugänglich und nach allen Seiten hin einsehbar. Wenngleich die Malerei nicht für den Außenbereich in der Weise geeignet ist wie die dreidimensionale

Selbstverständlich konnte erin der Folge ..  Neben der ja nicht kleinzuredenden finanziellen Absicherung, die aus den Aufträgen für eine gewisse Zeit resultierte, bedeuteten diese Aufträge, zumal sie nach einem größeren Wettbewerb, einerseits eine Anerkennung durch Dritte, d.h. von Personen, die nicht einer freundschaftlichen Beziehung wegen sich für die Kunst aussprachen und andererseits die Möglichkeit, tatsächlich aus dem Rahmen privater zu fallen. 

 

Denn in seinem Fall - und das trifft auch für andere Künstler zu - waren die sogenannten Auftragswerke keineswegs bloß Vergröungen oder seelenlose Kopien.

 

Eine Auswahl

 

  

 

 

 

 

 

 

 

Bayerische Motorenwerke.

1972/1973 : Ausstattung des großen Speisesaals des BMW-Neubaus am Petuelring. (Architekt: Karl Schwanzer, 1918-1975)

Die Realisierung dieses "monumentalen Auftrages" zu Beginn der siebziger Jahre darf in mehrfacher Hinsicht als eine wichtige "Bergetappe" seines Kunstschaffens bewertert werden.

 

 

 

Diese Arbeit umfaßt ein Wandbild von 25 m Länge und 3,2 m Höhe.

"Kunst im Haus -- eine Entscheidung zur Form

Die bildende Kunst hat bei der Gestaltung dieses Verwaltungsgebäudes eine nicht unwesentliche Rolle gespielt. Es seien nur zwei prononcierte Beispiele herausgegriffen, die jedes auf seine Weise exakt illustrieren, dass auch hier – bei der Verbindung von Kunst und Architektur – der konventionelle Weg, wo jeweils belanglose künsterlische Dekorationen einem Gebäude wie ein Mäntelchen verlegen umgehängt werden, verlassen wurde, um ganz gezielt der Kunst innerhalb der Architektur einen eigenen Stellenwert zu verleihen. Das bedeutet , die Formentscheidung innerhalb der Kunst erfolgte unabhängig von den spezifischen architektonsichen Formfindungen. Trotzdem geht der autonome Charakter der Kunstproduktion nicht so weit, dass sie auch irgendwo anders hingehören könnte:

Das heitere Wandbild von Josef Hauzenberger, das über die ganze breite Rückwand des Speisesaals geht, wurde für diesen Raum gemalt, auf die Wirkung in diesem Raum berechnet. Es symbolisiert Fruchtbarkeit, Idylle, Verständigungsbereitschaft, Kommunikationsfreude. Das Bild ist zeitlich und örtlich nicht einzuordnen. Es könnten üppige Inseln eines Deltas sein. Die Plastizität der hin- und herfliegenden Tauben und der sich drängenden Früchte ist gegenüber dem hellen Hintergrund so stark, dass sich diese beiden bildbestimmenden Formgruppen aus der Fläche des Bildes zu lösen und im Raum zu schweben scheinen.

Kein größerer Gegensatz zu Hauzenbergers "Tafelfreude" ist denkbar als Gerhard Richters "Landschaften" in der Eingangshalle des Verwaltungsgebäudes. Ein Dreiklang in Rot, Gelb und Blau...

 


 

Mäzenatentum am Beispiel der Deutschen Post: 1975, ein Auftrag wie dieser in Wolkersdorf:

 

 

Als die Telefon-Zellen noch gelb waren, als die Briefträger noch Zeit hatten und Persönlichkeit, als telefonieren und frankieren zusammen gehörten, als es eine stolze Bundeshörde war und kein Service-Center, kein T-Punkt, und keine automatische Paketmaschine, da erfand Josef Hauzenberger rund um die ewig gleichen Erkennungs-Insignien Bilder.  
 
 
     

 

 

Sprechen wir von "Mann und Frau-" von Paarbeziehungen. Als das Wünschen noch geholfen hat

 

 

 


 

 

 

 

Kunst am Bau - Arbeiten im öffentlichen Raum

 

 

 

 


 

Ohne darauf näher eingehen zu wollen, der Fasching an sich und wie er sich seit den späten vierziger Jahren in München, noch inmitten der Ruinenkulissen einer zu 60 Prozent zerstörten Stadt, wieder hat etablieren können, muss für ihn und vielleicht auch seine Generation einen höheren Stellenwert gehabt haben als beispielsweise für eine Generation, deren Spiel- und Partylaune nicht mehr an eine Jahreszeit gebunden zu sein scheint.

Sich zu verkleiden, ein anderer zu sein, für einen Abend, aus der Wirklichkeit auszusteigen, dem Alltag zu entrinnen für einen Moment, das waren kostbare, rare Momente, die weil selten, umso intensiver ausgelebt wurden. Und überdies gehört es auch zu einer kollektiven Verdrängungskultur der Nachkriegszeit.

Wenn ich das richtig zuordnen kann, arbeitete er im gleichen Zeitraum ..

Eine besondere Zwischenform, die einer verspielten Phantasiebegabung

 

Wenn Hauzenberger sich ohne

Auch er baute Modelle, stellte Plastilin-Männchen in den Raum, aber es galt nicht aus jener idealtypischen Königsperspektive auf ein Proszenium.

 

öffentliche Räume sind naturgemäß auch zugänglich und nach allen Seiten hin einsehbar. Wenngleich die Malerei nicht für den Außenbereich in der Weise geeignet ist wie die dreidimensionale

Selbstverständlich konnte erin der Folge ..  Neben der ja nicht kleinzuredenden finanziellen Absicherung, die aus den Aufträgen für eine gewisse Zeit resultierte, bedeuteten diese Aufträge, zumal sie nach einem größeren Wettbewerb, einerseits eine Anerkennung durch Dritte, d.h. von Personen, die nicht einer freundschaftlichen Beziehung wegen sich für die Kunst aussprachen und andererseits die Möglichkeit, tatsächlich aus dem Rahmen privater zu fallen. 

 

Denn in seinem Fall - und das trifft auch für andere Künstler zu - waren die sogenannten Auftragswerke keineswegs bloß Vergröungen oder seelenlose Kopien.

 

Eine Auswahl

 

 

1972/1973 : Ausstattung des großen Speisesaals des BMW-Neubaus am Petuelring. (Architekt: Karl Schwanzer, 1918-1975)

Diese Arbeit umfaßt ein Wandbild von 25 m Länge und 3,2 m Höhe.

"Kunst im Haus -- eine Entscheidung zur Form

Die bildende Kunst hat bei der Gestaltung dieses Verwaltungsgebäudes eine nicht unwesentliche Rolle gespielt. Es seien nur zwei prononcierte Beispiele herausgegriffen, die jedes auf seine Weise exakt illustrieren, dass auch hier – bei der Verbindung von Kunst und Architektur – der konventionelle Weg, wo jeweils belanglose künsterlische Dekorationen einem Gebäude wie ein Mäntelchen verlegen umgehängt werden, verlassen wurde, um ganz gezielt der Kunst innerhalb der Architektur einen eigenen Stellenwert zu verleihen. Das bedeutet , die Formentscheidung innerhalb der Kunst erfolgte unabhängig von den spezifischen architektonsichen Formfindungen. Trotzdem geht der autonome Charakter der Kunstproduktion nicht so weit, dass sie auch irgendwo anders hingehören könnte:

Das heitere Wandbild von Josef Hauzenberger, das über die ganze breite Rückwand des Speisesaals geht, wurde für diesen Raum gemalt, auf die Wirkung in diesem Raum berechnet. Es symbolisiert Fruchtbarkeit, Idylle, Verständigungsbereitschaft, Kommunikationsfreude. Das Bild ist zeitlich und örtlich nicht einzuordnen. Es könnten üppige Inseln eines Deltas sein. Die Plastizität der hin- und herfliegenden Tauben und der sich drängenden Früchte ist gegenüber dem hellen Hintergrund so stark, dass sich diese beiden bildbestimmenden Formgruppen aus der Fläche des Bildes zu lösen und im Raum zu schweben scheinen.

Kein größerer Gegensatz zu Hauzenbergers "Tafelfreude" ist denkbar als Gerhard Richters "Landschaften" in der Eingangshalle des Verwaltungsgebäudes. Ein Dreiklang in Rot, Gelb und Blau...

 


 

Mäzenatentum am Beispiel der Deutschen Post: 1975, ein Auftrag wie dieser in Wolkersdorf:

 

 

Als die Telefon-Zellen noch gelb waren, als die Briefträger noch Zeit hatten und Persönlichkeit, als telefonieren und frankieren zusammen gehörten, als es eine stolze Bundeshörde war und kein Service-Center, kein T-Punkt, und keine automatische Paketmaschine, da erfand Josef Hauzenberger rund um die ewig gleichen Erkennungs-Insignien Bilder.  
 
 
     

 

 

Sprechen wir von "Mann und Frau-" von Paarbeziehungen. Als das Wünschen noch geholfen hat

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   

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