Sein Leben in Bildern. Texte. Illustrierte biographische Notizen. Graphik. Kunst am Bau

 

 Josef Hauzenberger (1926 - 1991)

 


 

 

 

 

 

 
 
 

 

 


 
 

Illustrierte biographische Notizen

 


 


 


 


 

   

                                              

         
   

Illustrierte biographische

Notizen 

 

   

 

 

"Was die Dinge mit denen wir uns beschäftigen auszeichnet, ist die Art und Weise wie wir etwas nicht können, aber dadurch veranlaßt sind, daraus eine eigene Formensprache zu entwickeln..." J.H.
 

 


 

 

 

 
           Kindheit und Jugend - Frühe Jahre
 

 

 

 

1926



 

Josef Hauzenberger wird am 3. September als einziges Kind von Kreszenz Hauzenberger (1899-1950) und dem Angestellten der Münz- und Prägeanstalt München, Friedrich Hirsch, in München geboren. 
 


 
 
       

 


 


 

Seine Kindheit und Jugend erlebt er mit seiner Mutter  in der Westendstraße 161, nicht weit von den Metzeler-Reifen-Werken und umgeben von kleinen Handwerksbetrieben. Untertags, nach der Schule, sorgen einige "Tagesmütter" in der Nachbarschaft für das Kind, während die Mutter sich als Spülerin und Aushilfskraft unter anderem im Hotel Königshof verdingt.  


 
           

 
 1941  Besuch der Knabenschule an der Guldeinstraße In den schattigen  Hinterhöfen, auf den  mit Kopfsteinpflaster versehenen Straßen zwischen Haus und Schule, Stiegenhaus und Kolonialwarengeschäft, tragen kleine Kinder- und Jugendbanden ihre Kämpfe aus. Straße gegen Straße, Häuserblöcke, verfeindet, das alles auf engstem Raum. " Da mußte man genau wissen, welche Straße sicher ist, um dann in Zickzacklinien heil zur Schule zu gelangen.."
                               

 

 

 

 

1937

 

Bereits als 11jähriger belegt er  einen Freihandzeichenkurs, während das "Haus der deutschen Kunst" seine Pforten als nazistischer Kunsttempel öffnet und  in unmittelbarer Nähe, neben dem Hofgarten, in der Galeriestrasse 4, die Europäische Moderne in der Ausstellung der "Entarteten Kunst" verhöhnt wird. Ob die seit Oktober 2011 vom Zentralinstitut für Kunstgeschichte u.a. verantwortete Internetveröffentlichung (GDK - Research) der richtige Weg ist, sich kritisch mit der nationalsozialistischen Kunstauffassung zu beschäftigen, bleibt dahin gestellt. - 

 


 
 

 


 

 1938/39

 

Bis zu ihrem Verbot im Januar 1938 nimmt er an Veranstaltungen und zahlreichen Freizeitangeboten der Katholischen Werk-Jugend teil (Prälat Stephan Wellenhofer). Ein naher Verwandter wird als Kommunist aus dem KZ Dachau entlassen. - In diese Jahre fällt auch sein Beitritt in die Pflicht-HJ.

 


 
 
   

Nach der Volkschulzeit - ein Übertritt auf eine höhere Schule lässt sich nicht finanzieren -  strebt er zunächst eine Lehre beim Landesvermessungsamt an.  Eine Begegnung mit einem Schriftenmaler in der Müllerstrasse  führt jedoch dazu, dass er sich fortan dem (Be-) Malen verschreiben wird.

   

 
 1941 
 
 
   

Von 1941 bis 1944 absolviert er eine Lehre als Schriftenmaler, Vergolder und Lackierer bei Ludwig Heil in der Fraunhoferstrasse.

   

 

 1944 - 1945

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Anschluß an die Lehrzeit zur Wehrmacht eingezogen, meldet sich der 17jährige zur Marine und wird noch im Sommer 1944 auf Sylt ausgebildet 

Josef Hauzenberger, 3.v.links, stehend, Matrosen-ausbildung, Kampen, Sylt.

um schließlich -in Ermangelung nautischer Fortbewegungsmittel -  als Infantrist im September '44 bei Aachen verwundet zu werden. Er entkommt nur knapp der Anklage durch ein Wehrmachtsegricht. Kameraden verbürgen sich für ihn, dass die Verwundung nicht als Resultat einer  die "Wehrkraft zersetzenden" Selbstverstümmelung herrührte.- (ungefähr 30000 Todesurteile bei über 600000 Anklagen bis Ende 1944)

Im Lazarett in Bad Driburg gerät er in amerikanische Kriegsgefangenschaft bis August 1945. ("Jugend-Amnestie")

Dort entstehen in einer schmalen Tagebuch-Kladde Bleistiftskizzen. Porträtstudien  einiger junger Frauen, die als Krankenschwestern in dem Lazarett  beschäftigt sind, begleiten Texte der hymnischen Verehrung., eines "Frühlingserwachens" unter besonderen Vorzeichen. -

Der Ausflug ins "Heldische" endete jäh, bevor es sich entfalten sollte. - Das gestärkte Weiß der Krankenschwestern - noch in Gefangenschaft - roch bereits nach Frieden und Neubeginn.. 

"28. April 1945, Nachmittags 2 Uhr

"...Täglich besucht mich die liebe Gertrud, bringt mir Lesematerial und vor allem Zeichenpapier. In den letzten Tagen stellte ich täglich ein gutes Aquarell her. Meistens vormittags malte ich, denn nachher kommt ja immer meine liebe Gertrud und dann schöpfe ich wieder Kraft für das nächste Bild. Vor allem male ich zur Zeit Stimmungsbilder. Zwei Abendlandschaften gelangen mir besonders gut. Und so gewöhne ich mich immer mehr an mein Dasein.

Besonders 3 Aquarelle gelangen mir sehr gut, Sonnenuntergang am Meeresstrand, ein Blumenstilleben und eine herrliche Birkenlandschaft..."

 

 

h.ll

 

 

                                                                  


 
 

 

 


 

Berufs- und Ausbildungsjahre


 

 

 
    

1947 - 1955 : Studium der Malerei bei 

Richard Ott, der eine freie Kunstpädagogik vertritt und eine Theorie zur kindlichen Kreativität entwickelt. ".. Durch Ott wurde uns bald klar, daß Malerei nicht nur ein Verreiben von Farben auf einem Malgrund ist. Er empfahl uns statt Dörners "Malmaterial und seine Verwendung im Bilde" lieber Dostojewski zu lesen.." Franz Hirsch (siehe dazu auch den ausführlichen Beitrag im Text-Teil )


 


 
 
       

 
 

 

1949



 


 

Gründungsmitglied der "Freien Akademie" München. Teilnahme an einer Gruppenausstellung in der Städtischen Galerie München mit grafischen Arbeiten.

 

"Aktives oder förderndes Mitglied konnte jeder Interessierte werden. Ausschlüsse konnten ausgesprochen werden, hat es aber nie gegeben. Ein Passus ist mir noch in Erinnerung, der eine Forderung Otts in der Satzung enthielt, daß Kinder in Ausnahmefällen auch lehrende Mitglieder sein können.Dies ist kein Zufall, denn in diese Zeit fiel auch das Erscheinen von Otts "Urbild der Seele"... Franz Hirsch

 

       Er heiratet die Lehrerin Else Hoppinger.


 
 
       

 
 

  

1947 - 1967 : Einem Praktikum folgt eine Festanstellung am Theater am Gärtnerplatz als Kulissen- und Bühnenmaler. Dort fertigt er auch Plakate, gestaltet Programmhefte. In jene Jahre prominenter Produktionen unter 

Eric Charell und dem Bühnenbildner Wolfgang Znamenacek fällt ein früher Italienaufenthalt mit seinen Theaterkollegen, und schnell gefertigte Tusche-Zeichnungen und Aquarelle, inspiriert von Landschaft und Meer, laufen durch seine Hand.


 


 

 

 

 
      1950 : Tod der Mutter
 

 

 

 

 

 

 

 


 

1950 - 1956 : Teilnahme an der Großen Kunstausstellung im Haus der Kunst München, Secession.

 


 


 
 

 

 

1950

1949

  


 

Was für die Institution des Hauses der Kunst zutraf, verdeutlicht sich auch am individuellen Beispiel: So wie sich das Haus an der Prinzregentenstraße 1  unter der neuen Leitung  zur Hauptaufgabe macht, in dem ehemaligen "Nazi-Kunst-Tempel" die seit 1933 verfemte und emigrierte Moderne nachzuholen, zu rehabilitieren, in großen Ausstellungen zu präsentieren, so läßt sich beim Betrachten des 1949 entstandenen Bild Hauzenbergers die intensive Beschäftiung mit dem Expressionismus nicht leugnen. Wobei, wie es die jüngste Debatte um das Werk Emil Nolde  zeigt, auch einen völkisch-deutschen Ausleger des Expressionismus gibt. -(Emil Nolde: Dunkelbraune Idyllen, Tobias Timm, in: DIE ZEIT, 4.4.19)- Und es falsch wäre, die rückwärts ausgerichtete Kunstauffassung des "Anstreichers"auf die gesamte Kulturpolitik zu übertragen.- 

 


 

Auch wenn anderen Orts, gerade in den USA, großartige abstrakte Kunstwerke entstehen, scheint der Rückgriff auf die Bildsprache des kantigen, groben, von klassizistischer symmetrischer Schönheit bewußt distanzierten Stil der 10er und 20ger Jahre angemessen zu sein, um auf die Umbruchs-Zeit, die Ruinenlandschaft, innen und außen, ästhetisch zu reagieren. Es kommt vorrangig ein ästhetischer und kaum ein  gesellschaftspolitischer Reflex bei Hauzenberger zum Tragen. Diese sichtbare Verwundung, die mehr zitiert, als neu erschafft, wird, je autonomer seine Arbeiten werden, zugunsten einer "Zurückerlangung des harmonischen Prinzips" in den darauffolgenden Jahren immer mehr zurückgedrängt. Es erscheint paraell zu der kollektiven "Beschweigung der Vergangenheit" als ein dezidiert bürgerlicher, restaurativer Ansatz, der statt Fragen aufzuwerfen,  um eine wiederzuerlangende Normalität ringt. Der (vergebliche) Versuch, Teile der "zerbrochenen Welt" wieder heil zu machen mit den Mitteln der Kunst. Wobei auch die Metamorphosen des Jahrhundertgenies Pablo Picasso als Variante des überpolitischen künstlerischen Hedonismus als Massstab dieser Jahre mitgedacht werden können. 

Immerhin, wenngleich die persönliche Auseinandersetzung mit dem Zivilisationsbruch der NS-Jahre nicht in angemessener Form stattfindet und tatsächlich erst viele Jahrzehnte später ...

Aus den vorgenannten Gründen scheint er sich besonders mit den figürlich-gegenständlichen Werken Beckmanns, Bacons und Légers in einer konstruktiven Komplizenschaft zu befinden. 


 

1958 - 1980 : Teilnahme an der Großen Kunstausstellung im Haus der Kunst München, Neue Gruppe.

 

 

 


 

 


 

 

 


 


 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
         

 

 
 
 

 


 

   

1959: Trennung von Else Hauzenberger, Ehe mit Jutta R. 

 

   

 


 

 


 

 


 

"Die Frau im modernen Leben", Katalog Helena-Rubinstein-Wettbewerb 1960

Städtische Galerie München


 

 


 

Dennoch schön" 1960 115 x 105, Katalog: S. 50
 

1960 : Helena Rubinstein-Wettbewerb, Kunstpreis Baden-Baden. Sein eingereichter Bildbeitrag "Dennoch schön", sichtbar beeinflußt   von Fernand Legers Formensprache, stellt eine eigentümliche Verbindung zwischen Frau und Maschinenwelt, sprich der Moderne her. 

Der Jury, der u.a. der Galerist Wolfgang Gurlitt angehörte,  lagen 1266 Arbeiten von 651 Teilnehmern vor, 316 Bilder von Malerinnnen und 950 von Malern.

Hauzenbergers Arbeit wurde prämiert und mit 99 anderen Arbeiten im Rahmen der Ausstellung ausgestellt.


 


 

Beitrag zum Wettbwerb, Renate Rammensee

 

 

 

 


 

 


 


 

 


 


 

1962 : Mit dem Kunstmaler Franz Hirsch übernimmt Josef Hauzenberger ein Atelier im Anwesen von Marianne und Josef Erber in der Marsopstraße in München-Obermenzing, dem ehemaligen Künsteranwesen von Josef Flossmann (1862-1914), einem bedeutenden Bildhauer und Professor an der  Münchner Kunstgewerbeschule.

Das Anwesen "in der Marsopstraße in München-Obermenzing weist eine interessante Historie auf. 1905 bis 1909 gebaut, diente die Villa dem Künstler als Atelier- und Wohnhaus. Das Haus wurde auch nach Flossmanns Tod von dessen Nachfahren als Künstlerhaus weiter genutzt. Bedeutende Persönlichkeiten lebten, arbeiteten oder verkehrten zeitweise dort. Zu nennen sind hier Namen wie Hans Osel (Bildhauer), Herbert Peters (Bildhauer), Rolf Nida-Rümelin (Bildhauer), sein Schwiegersohn Josef Erber (Bildhauer), Edgar Ende (Maler), Georg Schrimpf (Maler), Josef Hauzenberger (Maler), Karl Meisenbach (Maler), Wolfgang Znamenacek (Bühnenbildner), Ernst Buchner (Kunsthistoriker), Oskar Maria Graf (Schriftsteller), Rudolf Pfister (Kunsthistoriker), Hans Christian Blech(Schauspieler), Gunnar Möller (Schauspieler), Michael Paryla (Schauspieler), Ruth Drexel (Schauspielerin), Erni Wilhelmi (Schauspieler), Peter Vogel(Schauspieler) etc. Ab 1931 bewohnte der Maler Edgar Ende mit seiner Familie eines der Ateliers. Sein Sohn, der Schriftsteller Michael Ende, sollte dort laut autobiografischen Aussagen zu seinen späteren Fantasiegeschichten inspiriert worden sein".- Quelle Wikipaedia-Eintrag

Die Flossmannstraße in München-Pasing wurde nach Josef Flossmann benannt.

Gerade mit der Bekanntschaft mit dem Bildhauer und Plastiker Herbert Peters und der Fotografin Ilse Peters,  die beide bis Ende der 70ger Jahre eine Atelierwohnung im Haupthaus bewohnen, entsteht für Hauzenberger eine wichtige persönliche und professionelle,  freundschaftliche Verbindung.

Während die Beziehung zu Josef Erber und Marianne Erber, geb. Flossmann, den Grundstückseigentümern, zeitlebens von grossem Respekt, aber auch einer gewissen Distanz geprägt ist, entsteht seit Mitte der 60ger auch eine gute nachbarschaftliche Verbindung zur Familie Uhden, die als Nachfahren von Maria Uhden, der früh verstorbenen Frau des Malers Georg Schrimpf, der als einer der wichgtigsten Vertreter der "Neuen Sachlichkeit" gilt, verschiedene Wohnungen im Haupthaus bewohnte.

 

 


 


 

Franz Hirsch,"Drei Grazien" Öl auf Leinwand


 

Renate Margarithe Hauzenberger (geb. Rammensee) 1941 - 1980 

 

1962

 

 

 


 

1962 : Er lernt die zwanzigjährige  Studentin  Renate Rammensee kennen., seine spätere dritte Frau.

Aus dem oberfränkschen Gräfenberg, bzw. dem  Pfarrwaisenhaus Windsbach in Mittelfranken, führt der Weg der jungen Frau  in die Kunststadt München, um sich an der Akademie der Bildenden Künste zu bewerben. - 

Ermutigt nicht zuletzt, indem von Seiten der Lehrkräfte und Mitschüler  ihrer Schule, dem humanistischen Gymnasium, das berühmt ist für seinen Knabenchor und in dem sie 1961 ihr Abitur ablegen konnte, ihr fortwährend eine grosse künstlerische Begabung bescheinigt wurde.

Das Bewerbungsgespräch  endet in einem Fiasko. Ihre Mappe mit Aquarellen und Ölskizzen, die in der fränkischen Heimat als Beleg ihrer grossen Begabung noch hoch gehandelt worden war, stößt  in der oberbayrischen Fremde auf keinen Widerhall, kann nicht überzeugen. Hat man ihr in Aussicht gestellt, sich nochmals zu einem späteren Zeitpunkt zu bewerben?  - Wäre man mit einem jungen Mann ebenso umgesprungen? - Tatsächlich setzt Renate nicht alles auf eine Karte, - die Bewertung von Kunst ist schliesslich Ansichtsache und keine Naturwissenschaft. Wie schon in einem Brief angekündigt, greift nun Plan B. Sie entscheidet sich stattdessen für ein Lehramtsstudium der Pädagogik.- Wie sich zeigen wird, interpretiert sie den Beruf aus der Perspektive einer Künstlerin und verbindet so Brotberuf mit ihrer Neigung.

In dem Beruf, den sie einige Jahre mit Begeisterung  ausüben wird, lässt sie, wie eine ehemalige Schülerin berichtet,  die Kinder, so oft und gut es mit dem Lehrplan irgendwie in Einklang zu bringen ist, fortwährnd malen und zeichnen.- 

Und dabei geht es ihr im Gegensatz etwa zu der vorgbelich liberalen anthroposophischen Kunstauffassung um einen Kind-zentrierten ganzheitlichen Ansatz, der in die freie Kreativität des Kindes möglischst nicht eingreift.

Diese Auffassung teilt sie auch mit Josef Hauzenberger, den sie zu Beginn der Jahrzehnts als vergleichsweise arrivierten selbständigen Künstler kennenlernt. - Imponiert ihr das? Sucht sie in dem 15 Jahre älteren Mann etwa eine Art Vaterersatz? - Auf jeden Fall bringt auch die Frau etwas mit, kann mit etwas glänzen, was in dem älteren bereits zum 2. Mal verheirateten etwas Nachhaltiges auszulösen vermag.- Ohne die beiden vorausgegangenen Ehen herabwürdigen zu wollen, das machte auch wenig Sinn, weil mir die Kenntnisse dafür fehlen, besonders, was die Ehe mit Jutta betrifft, tritt mit Renate wohl jemand auf den Plan, die aufgrund ihrer eigenen künstlerischen Begabung Josef Hauzenberger, wenn auch nicht  von Anbeginn, so doch in dem gemeinsamen Betätigungsfeld auf Augenhöhe begegnen kann.

Und, das lässt sich wohl in der Verallgemeinerung feststellen, dass fortan eine für die Kunst durchaus Begabte die eigene Ausübung zurückstellt, unterordnet einem Gemeinsinn, - 

1963 :  Geburt des gemeinsamen Kindes To Jo Mi

Der sog. "Kuppelleiparagraph" §180,3, untersagt  es, Wohnungen an unverheiratete Paare zu vermieten - zu dieser Zeit steht die Scheidung Josefs von Jutta noch aus. Aus diesem Grund verbringt das Kind seine ersten 11 Monate in einem Säuglings-Heim in München-Pasing, während Renate und Josef noch in getrennten Wohnungen zu leben haben.-

 

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Hochzeitsfeier, im Grundstück der Famiie Erber, Marsopstrasse,AAugust 1964


 
   

    

 

 

       

       
   

 

 

1964 : Porträtausstellung der Akademie der Schönen Künste, München.

 

   

 


 

 

   


 


 


 

 

  

 


 

Frauenbildnisse, expressive   Landschaften und organische Maschinen zählen in dieser Zeit zu seinen bevorzugten Motiven. Der Malgrund, oft eine schon auf einer Seite bemalte Leinwand, verleiht der ausschließlich von ihm verwendeten Ölfarbe eine besondere, schon behandelte Grundlage, die den kraftvollen Anstrich und die formale Entscheidung unterstützt.


 

 


 

 


 

         
   

 

1965 : Ankauf seiner Arbeiten von der Städtischen Galerie München und dem Freistaat Bayern.

 

   
         

 

Aus einem Bilderbuch v. R. H.

Ein Leben ganz im Dienste der Kunst


 


 

 

"Ein Leben ganz für die Kunst". Josef Hauzenberger, der die Fotoaufnahme vemutlich gemacht hat, gibt hier mehr oder weniger bewusst  als Momentaufnahme etwas über das "Projekt" jener Jahre preis, das in der oberen Bildmitte, auf einer Staffelei im rückwärtig gelegenen Atelier zu sehen ist: Ein Ölbild, ein Frauenbildnis, kurz vor der Fertigstellung. Frau und Kind im Vordergrund, so sachlich und ernst wirkend, scheinen sich der Tragweite bewusst zu sein, dass sie gegenüber der (heiligen) Kunst eher Nebenrollen einnehmen.  

Die kleine Illustration für einen Leporello, ganz links abgebildet, hingegen, macht sich von der Kleinfamilie ein anderes Bild.


 

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"Ostern 1967 für meinen Sohn, Josef Hauzenberger"

 

 

Kinderzeichnungen und Malereien erfreuen sich in dem Künstlerhaushalt grosser Beliebtheit. Das betrifft auch die Versuche des Sohnes, wenn er  im Atelier sich von den Ölbildern des Vaters für seine Wasserfarbenbilder inspirieren lässt.

 

 
 

Nur auf den ersten Blick scheinen die Arbeiten der Fotografin Ilse Peters  hinter dem Kunstschaffen der bildenden Künstler, die damals in dem Milieu und den Ateliers der Marsopstrasse beheimatet waren, zurückzustehen. - Nichtzuletzt auf dem Gebiet der Kinderfotografie  offenbart sich die Meisterschaft dieser  bescheidenen, aber gleichwohl grossartigen Foto-Künstlerin. - 

 

Ilse Peters, 2012, Foto: Thomas H.

       

 
 1968   


 


 


 

Ausstellung beim Berufsverband der Künstler in der Maximilianstraße zusammen mit Hans Mayer, Manfred Mayerle, Gerd Dengler, Franz Hirsch und Herbert Burger.


 

 
 
 

 

 

 
  


 

 

 

 
  


 

 

 

 


 
  


 


 
 

 

    Dr. Doris Schmidt (1918 - 2008)


 
 

 

 

vollständiger Artikel 

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1970: Dem Freitod von Wilma von Holzschuher, einer befreundeten Kunstsammlerin und Illustratorin, folgt eine einschneidende Diagnose für die seit 1967 als Lehrerin tätige Renate Hauzenberger.- 


 


 

 

 
 
 

 

 

 

1973: Hauzenberger erhält den Auftrag für ein grosses Wandbild für die neue BMW-Firmenzentrale in München. (25 m x 3,20 m)

Auch Gerhard Richter ist mit drei grossformatigen abstrakten Arbeiten, die er für die Lobby des Karl Schwantzer-Baus, der sich vis-à-vis des Olympiageländes trotz der geometrischen Funktionalität in seiner modernen Formsprache kontrapunktisch behauptet, vertreten. (RotGelbBlau [WVZ: 345/1-3, 3 x 6 m)


 

 

 

 

 

 

 

 

"Die bildende Kunst hat bei der Gestaltung dieses Verwaltungsgebäudes eine nicht unwesentliche Rolle gespielt. Es seien nur zwei prononcierte Beispiele herausgegriffen, die jedes auf seine Weise exakt illustrieren, dass auch hier -- bei der Verbindung von Kunst und Architektur -- der konventionelle Weg, wo jeweols belanglose künstlerische Dekorationen einem Gebäude wie ein Mäntelchen verlegen umgehängt werden, verlassen wurde, um ganz gezielt der Kunst innerhalb dieser Architektur einen eigenen Stellenwert zu verleihen...Das heitere Wandbild von Josef Hauzenberger, das üebr die ganze breite Rückwand des Speisesaals geht, wurde für diesen Raum gemalt, auf die Wirkung in diesem Raum berechnet. Es symbolisiert Fruchtbarkeit, Idylle Verstädnigungsbereitschaft, Kommunikationsfreude. Das Bild ist zeitlich und örtlich nicht einzuordnen. Es könnten üppige Inseln eines Deltas sein. Die Plastizität der hin- und herfliegenden Taubenund der sich drängenden Früchteist gegenüber dem hellen Hintergrund so stark, dass sich diese beiden bildbestimmenden Formgruppen aus der Fläche des Bildes zu lösen und im Raum zu schweben scheinen...Kein grösserer Gegensatz zu Hauzenbergers "Tafelfreude" ist denkbar als Gerhard Richters "Landschaften" ind er Eingangshalle des Verwaltungsgebäudes.. "

Peter M. Bode, "Kunst im Haus - eine Entscheidung zur Form", in Entscheidung zur Form, 1973, Wien-München, S. 47K


 
 
   

 


 

 

1975 

Ausgestaltung des großen Saals der Lehrwerkstätten Wolkersdorf bei Traunstein für die Deutsche Bundespost mit einem großen 

Wandbild als Puzzle

 

Exkurs:  Verdunkelter Lebensentwurf. Von der Tapferkeit: Weder Diego Rivera, noch Frida Kahlo. Eher der melancholische Blick zurück.

 

 

 

 

 
    Neben der für die oben gezeigten Aufträge entwickelten transparenten Malweise übernimmt er fortan auch ein kreisbildendes gemaltes Passepartout. Zunächst zeichnet die Frauenbildnisse und Landschaften eine schnörkellose Strenge und geometrische Raumaufteilung aus.    
  Gerade einige der Arbeiten, die als Aufrtagsarbeiten für den halböffentlichen Raum von Behörden und Institutionen nach ausgeschrieben Wettbewerben realisiert werden, stösst das Obermenziger Atelier an seine Grenzen. - Trotzdem sind fast alle Bilder  dort gefertigt worden. Ausnahme der oben beschriebene Auftrag für den Zylinder-Bau der BMW-Zentrale am Petuelring. - Diese Arebiten wurden in einer Theater-Werkstatt am Baldeplatz gefertigt. 

Wandtafel, "Kunst am Bau", Marit M,                   Foto: Jürgen Mertin

   
   

 

 

 

 

 

Photo: Peter L. Meister

   
    1977 : Teilnahme an der Ausstellung "Dimension '77" Philip Morris International in der Stuck-Villa.        
  1979

 

Für ein Bild ertauscht er für seinen Sohn eine semiprofessionelle Fotoausrüstung mit Wechselmagazinen. Gelegentlich eines mehrwöchigen Londonaufenthalts bei einem befreundeten Arzt der Mutter, Jürgen Mertin, in Harrow, entsteht eine Photoserie, die sich mit verhüllten und verpackten Objekten im Britischen Museum befasst.  - Es entsteht seit jener Zeit zwischen Vater und Sohnn ein reger, intressierter Austausch in Fragen der Kunst und Fotografie. - 

 

 

 

 
         
   

 

1980 :  Renate Hauzenberger (*1941)  stirbt am 13. Mai in Schonstett bei Wasserburg am Inn. 

 

 

"Blick aus Fenster", Aquarell, Renate Hauzenberger, 1974

         
 
  1. Haus der Kunst, München

Teilnahme an der Jahresausstellung 1980

 

 
   

 

 

   
 

 

Ein Wahlplakat für DIE GRÜNEN  im Kreis Miesbach entsteht auf Initiative der befreundeten Arztfamilie Theml aus Bergham und fällt wider Erwarten keinem üblichen Vandalismus zum Opfer.

 


 

   
   

 

 

   
 

1982 : Für die Zentralvermittlungsstelle der Deutschen Bundespost in der Blutenburgstraße entsteht ein großes Wandbild. Höhe: 3, 20; Breite 10, 65 m.

 

   
   

 

 

   
   

 

1982: Verlobung mit Ingrid von Zabuesnig aus Söcking.          

 

   
     

 

Er unternimmt in der Folgezeit Reisen u.a. nach Venedig, Florenz, Padua und Rom. Von 1986 - 89 kommt es zu Sardinienaufenthalten, denen eine Zeit in Grimaud in Südfrankreich folgt.

 

   
   

Diesen Aufenthalten, Landschaftswechseln verdanken möglicherweise viele der im letzten Jahrzehnt  entstandenen Bilder ihre erdigen, vom kalten, saftigen Grün der Voralpen befreite Farbschattierungen. 

 

 

 

Toskanisch die Hintergründe, von De Chirico geschenkte Arkadenbogen und eine intensivere, will sagen erinnerndere Malweise zeichnen diesen Abschnitt aus. 

 

 
         
  Aus: Portraitserie, 1987-1988 

 
   

 

 

   
 

 

 

 

 

 

 

"Alptraum des Golfspielers"  1990

1991 : Er macht die Bekanntschaft mit der Metall-Bildhauerin Maja E. aus Icking. Gerade in diesem Jahr gelingen ihm besonders kraftvolle neue Frauen- und Paar-Bildnisse, die nicht mehr eingebunden, eingezwängt im Kreis, eine belebende Anknüpfung an die 1960ger Jahre und an etwas völlig davon Verschiedenes bezeugen.

 

   
         
     
  Es bleibt verwaist ein Bleistiftentwurf eines privaten Bildauftrags, aufgetragen auf die Leinwand (80 x 80 cm), das ein Frauenbild zeigt samt grob skizziertemKopftuch und angedeuteten Papagei...
 
     
   

 

 

Photo: Thomas H., 1991

 

  Am 29. Juli stirbt Josef Hauzenberger an den Folgen eines erlittenen Herzinfarkts im Krankenhaus Neuwittelsbach.
 

1992 : Gedächtnisausstellung "Josef Hauzenberger 1926 - 1991" in der Galerie der Künstlervereinigung Dachau (Annekathrin Norrmann)

 

Photo: Thomas H.

 

 

   
   

     

Photos: Peter L. Meister

     
   

 

Unter den zahlreichen Freunden, Bekannten und Personen, die auf unterschiedliche Weise Josef Hauzenberger als Künstler und Menschen schätzen gelernt haben und denen ich viel dafür zu danken habe, dass es nach dem Tod zu einer posthumen Ausstellung, einer Hommage für ihn in Form eines kleinen Kataloges und einer repräsentativen Schau seiner Bilder  kommen konnte, möchte ich an dieser Stelle neben der Familie Meister aus der Rothschwaige und der Famlie Rosenbusch aus Unterhaching  zwei Personen namentlich hervorheben:

Dr. Harald Theml (1940 - 2005)   Herbert Peters (1925 - 2006)

 

   
 
1992 :  Ausstellung in Geretsried mit Eisenpalstiken v. Maja Engelbrecht.
 
     
         
  2012: 100 Jahre Floßmann-Atelierhaus: Josef Floßmann, Josef Erber, Georg Schrimpf, Marianne Erber, Josef Scharl, Edgar Ende, Wolfgang Znamenacek, Herbert Peters, Josef Hauzenberger, Franz Hirsch.   

Prof. Dr. Christiane Lange, Simon Erber, August 2012 

   

 

 

   
 

  Epilog -   Eine Adresse verschwindet

   
  Noch im November 2014 war es dieser geheimnisvolle Blick vom Kanal, der das Wasser von der wilden Würm zum Schloss Nymphenburg transportiert, der nur einen Teil des Grundstücks freigab, aber ganz vorne die Vorderseite des Häuschens, in dem ich Kind war, zu erkennen gab.    
         
 

Erst wenn man den in das Anwesen eingetreten war, weitete sich der Blick auf ein wahrlich herrschaftlich zu nennendes Ensemble von Gebäuden und Gartenlandschaft. -

Das Wäldchen verbarg aber auch den am Kanal vorübergehenden Spaziergängern das Kleinod, die Idylle, so dass es einer Abgeschiedenheit gleichkam, die mit der Zurückgezogenheit einiger Bewohner in einer gewissen Allianz zu stehen schien. 

 

   
         
  Aus gegebenem Anlass wird an dieser Stelle die Information nachgereicht, dass das Grundstück der Familie Flossmann und Erber, das mit seinen Ateliers über viele Jahrzehnte Künstlern mit ihrem Anhang eine Heimat und eine Arbeitsstätte gab, nun in einer gravierenden Weise  Einschnitte erfahren hat und erfährt, indem  der vordere Teild des Eingangsbereichs mit dem Wäldchen einer Neubebauung weicht. - Damit ist auch die Adresse der Marsopstrasse Vergangenheit. Bewohner  und Besucher der beiden Gebäude, die bis jetzt nicht zur Disposition stehen, betreten das Grundstück nun von der rückwärtigen Seite der Feichthofstrasse.     
         
 

Es steht meiner Person nicht an, den Umstand der verändernden Eingriffe zu bewerten. Aber ganz zu verbergen brauche ich die nostalgischen Empfindungen nicht, mit denen ich diese Veränderung zur Kenntnis zu nehmen habe. 

 

Dabei möchte ich auch an dieser Stelle betonen, dass ich mit vielen Mitgliedern der Familie, den Grundstückseigentümern, in gutem Kontakt  stehe.- Und mich ganz bewusst einer eindeutigen Parteinahme verweigere. - 

 

Aber vor dem Hintergrund, dass ich mich dankbar weiss, dorten meine Enfance, meine Kindheitsjahre verbracht haben zu dürfen, trauere ich ob der unwiderbringlichen Verluste an Baum, Strauch und der vielversprechenden, edlen Wegstrecke. 

 

Immerhin. - Was sich als Zerstörung ausnimmt, als Zwischenzeit, bevor Kran und Bagger, Betonmischer und Gerüstbauer diesen Platz für sich einnehmen werden, gibt Gelegenheit zum ungewöhnlcihen Einblick vond er südlcihen Seite der Marsopstrasse.

Veränderungen begleiten das Leben. Kindheit und Heimat avancieren von ortsgebundenen Konstrukten zu konstitutiven Phantasmen.

 

Photographie an der Schnittstelle. 

Thomas H., 30.9.2015

 

Veränd

 

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Welcome to the Website performing the Art of the german painter Josef Hauzenberger.

                 

 

Mit diesem Internetauftritt soll die  Kunst aber zum Teil auch die Biographie von Josef Hauzenberger einem interessierten Personenkreis näher gebracht werden. Einerseits an jene Personen gerichtet, die den Maler und Menschen in seinem Atelier, im Grundstück am Nymphenburger Kanal, dem Anwesen von Josef Flossmann, erfahren und somit Proben seiner grossherzigen Gastfreundschaft kennenlernen durften, wendet sich diese Seite zum anderen, 24 Jahre nach dem Tod des Künstlers, auch an jene, die seinen Bildern und Zeichnungen, seiner Kunst,  heute - unabhängig einer persönlichen Bekanntschaft zu lebzeiten - begegnen wollen.

Was hier - mit den naturgemässen Einbussen des lichtbildenden Mediums - gezeigt wird, entspricht inhaltlich dem 1992 anlässlich der Dachauer Ausstellung herausgegebenen Katalog. Der Blick auf das Werk von Josef H. wird ergänzt mit hinzugekommenen, neuen Fragestellungen.  Es wäre daher wünschenswert, wenn diese virtuelle Präsentation eines Teils seines Oevres als Vorarbeit für eine kommende Ausstellung fungierte. - Für diesbezügliche Anregungen, was eine mögliche Präsentation, bzw. einen geeigneten Austellungsort betrifft, wenden Sie sich bitte an:

 (tomhauzenberger@hotmail.com)

             Thomas J.M. Hauzenberger (Oktober 2015)

 

Ausstellung 2012 an ehemaligger Wirkungsstätte in Obermenzing : Eingerichtet von Simon Erber

 


 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

     
 

 

Angela Scheibe-Jaeger

Ein Anwesen in der Marsopstraße als "Künstlerkolonie" -

das Atelierhaus von Josef Flossmann und seine Bewohner

 
  Obermenzinger Hefte 12-2012.pdf  
     

 

 

 

 

II. Graphische Arbeiten

III. Texte
 

IV. Ausgewählte Werke

V. Kunst am Bau
 

 

 

 

 


 

 
                                    Erinnerung an Josef Hauzenberger 1992   von Hans-Wolf Jäger, Bremen


 

 


 

Des is halt des - Je länger ich Josef Hauzenberger gekannt habe, umso öfter hörte ich diesen philosophischen Satz aus seinem Mund. Des is halt des. Ich kannte ihn lange und kannte ihn gut. Er war ein Mensch von besonderem Gewicht. Zuverlässig als Freund, bedachtsam im Gespräch, bisweilen von hinreißendem Witz, der sich dann wieder mit Schwermut mischen konnte. Er hatte ein unfreundliches Schicksal zu tragen, wälzte es aber niemals anderen auf, nahm sich zusammen, freundlich, aufmerksam auf das, was ihm Freunde und Gäste erzählten.

Ein penibler Arbeiter ist er gewesen, die Bilder bezeugen es, alle sind von einer kaum noch üblichen Solidität des malerischen Handwerks. Sie zeigen exakte Grundierung, gewissenhaften Farbaufbau, einen Auftrag der Schichten so fein, daß manche glauben, das sei gesprüht, sensibelste Abtönungen und zarten Übergang der Valeurs. Derart zu malen, braucht seine Zeit. Die Bilder wuchsen langsam wie stämmige Bäume, reiften gemach wie gute Früchte, edelten nach wie Wein. So entstand keine Serien- oder Massenware. Wie jeder Farbstrich behutsam an den richtigen Platz gesetzt wurde, fügte jedes Bild sich fest und voll ins Werk. Ein breites und im Quantum großes Ouevre konnte dabei nicht entstehen. Und damit trug die verantwortungsbewußte Langsamkeit dieses Malers, sein Künstlerethos, auch eine kleine Tragik mit sich. Hauzenberger, der vom Verkauf seiner Malerei lebte und leben mußte, behielt selten etwas übrig, konnte nicht für eine größere Ausstellung horten und stapeln. Seine Arbeit hätte eine solche Ausstellung verdient, die Kunstwelt darauf Anspruch gehabt.

Erst nachdem Josef Hauzenberger jetzt tot ist und die zurückgebliebenen Bilder zu seiner Lebensfristung nicht mehr nötig hat, sind sie frei geworden für eine Ausstellung, wie sie hier eröffnet wird. Was gewöhnlich zur materiellen Förderung und geistigen Aufmunterung eines lebenden Künstlers dient, wird hier zur Hommage an einen Verstorbenen. Eine posthume Premiere. seltsam, etwas traurig, aber trotzdem auch erfreulich und wie eine kleine Verheißung.

Wir sehen hier Werke aus mehreren Jahrzehnten, und vielen, die Josef Hauzenberger lang gekannt haben, wird er wieder lebendig, gesellt sich zu ihnen durch die Phasen seines Alterns als Mensch, seines Reifens als Künstler. Vor uns, um uns und bei uns ist, worein er sich im Laufe der Jahre und jedesmal erneut verwandelt hat: in Gestalten und Gesichter, in Alltagsdinge, in Äpfel, Bäume und Berge. das ist alles er, ist seine Art, sein Wünschen, seine Freude. Ich glaube, am liebsten hätte er, dem die Welt ziemlich grausam und ruppig gekommen ist, diese Welt schön rund gehabt, so wurden seine Gemälde ein liebes Miteinander von Äpfeln und Bäumen und Bergen, unschuldig wie Kinder das malen möchten. Der Mann, der mit herbem Charme zu jeder Frau so sprach, daß sie sich schön fühlte, formte die Schönheit selber als Frauengesicht, das er immer einfacher, immer strenger und klarer malte. und seine Maschinen sind ohne Arg, ungefährlich, sie tun nichts Böses, da sie überhaupt nichts tun und sich in schöner Zwecklosigkeit drehen, geradezu Sinnbilder der Kunst.

Natürlich ist uns erlaubt, an Vorbilder einer solchen Malerei zu erinnern. An Léger, seine breit hingelagerten Frauengestalten, an die Ruhe und Sicherheit gewordenen Sportsleute zwischen wohlbalanciertem Gerät, die gesammelt nblickenden Arbeiter. Oder an den metaphysischen Klassizisten de Chirico, der seine zu Geometrie zurückgezauberten Figuren in aufgeräumte Landschaften stellt, in eine abstrakte Antike und zeichenhaft vereinfachte Renaissance aus Säulen, Bögen, Wolken darüber. An Schlemmer, dessen weibliche Eierköpfe mit stilisiertem Schopf oder interessant ausladendem Haarhelm, die ins Reglose konzentrierten faszinierenden Wesen. Aber wir dürfen auch nicht den bayuwarischen Maeister Georg Schrimpf vergessen, ein Münchner wie Hauzenberger, der wie er Motive der Heimat mit einer naiven Note versetzt hat, Mensch und Mensch, Mensch und Ding, Mensch und Umgebung – intime Arrangements mite inem utopischen Schimmer.

Hier und bei anderen lernte Josef Hauzenberger und hat dann seine eigene Weise gefunden, ist seinen Weg unbeirrt gegangen, ernst und konsequent, weder auf Moden achtend och dem Kunstfortschritt hinerther eifernd. Er hat auch Neues erprobt, in seinen letzten Jahren Paare und Gruppen gemalt, die Gesichter zugleich im Profil und en face gesetzt, wie wir es von Monddarstellungen der Renaissance kennen; hat zarte Scherze in seine Bilder gemalt – eine zitronenförmige Backe, einen schrägen Blick, eine kokette Drehung des Halses. Immer aber ist er in seinen Werken er selbst geblieben, im lebhaften Braun seiner Hauzenberge, im saftigen Grün, aufregend schön wie des Lebens goldner Baum. Vor seinen Landschaften – weicher oft und mehr Frau als seine Frauen – erholt sich unser Gemüt. Des is halt des.

Hans-Wolf Jäger, Bremen


 


 

 

 


 


 

 
 

 

 

Begegnungen und Fragen, Frauen und Bäume  von Harald Theml


 


 


 

 

H. Theml und To Jo Mi , Galerie der KVD in Dachau, 1992, Photo: P.L. Meister


 

 

Begegnungen

Wenn man wie selbstverständlich das Gefühl hat, man sei Josef Hauzenbergers Bildern (irgendwann das erste Mal und dann immer wieder neu) "begegnet", so ist das gar nicht selbstverständlich, sondern bedeutet, daß man sie als Wesen und Persönlichkeiten empfunden hat. Die Frauenbildnisse waren für mich nie Abbild einer Frau, sondern waren selbständige weibliche Wesenheiten.


 

Da stand sie auf der Staffelei im Atelier; ihr Blick ging uns nach. Wir wollten Anteil an ihrer Beharrnis halten. So wurde sie etwas wie unsere Hausgöttin, und in Bezug auf eine wegziehende Wolke und die Insel des Bildrundes glauben wir, sie sei eine Penelope, die nichts sagt als "Ja eine Wolke, ich bleibe." Darin schwingt überraschend eine Frage. Alle seine "Göttinnen" sind durch die Frage in Augen und Mund stark; wohl weil nur sie selbst die Antwort geben können, daher kommunizieren sie ihre Frage nicht, sie scheinen sie an sich selbst zu richten. das unterscheidet "Göttinen" von Sphinxen, und so machen sie keine Angst
 

 
Neben diesen überindividuellen Wesenheiten gibt es unter den Frauenbildern von J. H. natürlich eine Reihe, in denen er sich auf eine bestimmte Person bezieht. Aber meist scheint mir, daß die Gemeinten den Typus der fragenden Göttin verkörpern und ihre Individualität im Bild auf dem Weg zur Wesenheit ist.
 


 

Die Begegnung mit Baumlandschaft ist nicht so konfrontierend; man begegnet ihr wie in einem Eintreten, fast immer lockt zudem ein Weg ins Bild. Er scheint nach Süden zu führen, bzw. weiter nach Süden, man ist auf halbem Weg. Hinter dem abbrechenden Horizont muß sich Weite auftun. Da aber das Auge nur bis zu dieser Wegkante reicht und doch schon mehr zu sehen glaubt, ist diese Landschaft unmerklich ein illusionistisches Bild: Es spricht in seinem Vordergrund  von einem unendlichen Hintergrund, von einem Überblick, der von den Karawanken bsi Syrakus reichen könnte. Es ist eine Ideallandschaft. Vertrauensvoll und ohne Eile läßt man sich diesen Weg führen – der Körper fährt gemächlich dem zur Wegkippe vorgeschnellten Auge nach, die Bäume breiten ihre Schatten zur Rast. Vielleicht muß man dann auch diese Berge gar nicht mehr überwinden...


 

 

Die Beschwörung der Gültigkeit


 

Wenn man von einem Bild so angesprochen ist, daß man im Dialog mit ihm bleiben möchte (und es z. B. also zu sich nimmt), ist dabei wohl ein jeweiliges individuelles Bedürfnis angesprochen. Dies scheint mir anhand der Bilder von Josef Hauzenberger das Bedürfnis nach "gültigen" Bildern zu sein, die in sich – wenn auch nicht fraglos ruhen, die über den Wechsel der Phänomene und Abbilder hinaus, das "Wesen" von Mensch und Natur festhalten, definieren, ja vielleicht beschwören.

Dies Verständnis legt Josef Hauzenberger nahe, wenn er immer wieder überindividuelle Wesen schaftt oder aus individuellen Erscheinungsbildern ihren überpersönlichen Gehalt zu verdichten scheint. An den Wunsch nach Gültigkeit erinnert zugleich die Endgültigkeit der malerischen Perfektion, die Skizzen und Zwischenstadien nicht gelten läßt. Überdies bietet nicht selten die Form des Medaillons der Rundbilder den Charakter des Herausgehobenen, Symbolhaften, wo der Rahmen dafür nicht zu genügen schien.

Mir ist bewußt, wie peinlich für ein aufgeklärtes Gemüt so eine Interpretation klingen kann und auch für ein nüchternes Pathos, wie das Josef Hauzenbergers, wäre es zuviel und zu explizit, von "Wesen", "Symbol" oder gar "Beschwörung" zu sprechen. Aber wir scheuen uns ja auch nicht, in einer tradierten Venus oder Madonna ikonenhaft des "Wesen" der Frau verkörpert zu sehen und die meisten Landschaften werden (unabhängig von ihrem Abbildungscharakter) zu Ideallandschaften im Auge des Betrachters.
 

Die Melancholie bei der Schaffung einer Gegenwelt

Die Frage nach den Beweggründen des Malers ist (je nach Blickwinkel) so töricht wie berechtigt und an dieser Stelle nur statthaft nach dem obigen Eingeständnis, was dem Betrachter seine Bilder bedeuten, also in Form einer Projektion, die unterstellt, daß die Bewegtheit des Betrachters und die Beweggründe des Malers etwas miteinander zu tun haben könnten. immerhin weist in den Bildern der letzten zwei Jahrzehnte bei J. H. vieles darauf hin, daß die Erstellung von gültigen Bildern für Mensch und Natur in formaler Endgültigkeit die Schaffung einer Art Gegenwelt meint; sie stellt die irritierte Option auf eine ruhende Welt gültiger Symbole dar.


 


 

 


 

Diese Schöpfung Josef Hauzenbergers will nicht die alltägliche Welt der brüchigen, unsteten, auch zerfallenden und mißlingenden Begegnungen und Phänomene weltflüchtig erhöhen, sondern mit sanfter, oft trauriger Geste in ruhende Urformen zurückführen, will zurückfinden.

 

Dem widerspricht nicht die humorvolle Ironie und gleichzeitige Melancholie in seinem Wesen. Denn wer in aller Still seinen Anspruch so hoch ansetzen mußte, daß er nicht "Realität" abbilden, sondern eine gültigere bilden will, wird ironisch sein Scheitern zusammen mit den Eitelkeiten der Umwelt – durchaus liebevoll – vorab belachen, wenn er unter Menschen ist, die Melancholie dieses promethischen Selbstentwurfes teilen möchte, oh mei.


 
 
 
 
 
 

 


  

 

 

 
 

 



 


 

         
   

Illustrierte biographische

Notizen 

 

   

 

 

"Was die Dinge mit denen wir uns beschäftigen auszeichnet, ist die Art und Weise wie wir etwas nicht können, aber dadurch veranlaßt sind, daraus eine eigene Formensprache zu entwickeln..." J.H.
 

 


 

 

 

 
           Kindheit und Jugend - Frühe Jahre
 

 

 

 

1926



 

Josef Hauzenberger wird am 3. September als einziges Kind von Kreszenz Hauzenberger (1899-1950) und dem Angestellten der Münz- und Prägeanstalt München, Friedrich Hirsch, in München geboren. 
 


 
 
       

 


 


 

Seine Kindheit und Jugend erlebt er mit seiner Mutter  in der Westendstraße 161, nicht weit von den Metzeler-Reifen-Werken und umgeben von kleinen Handwerksbetrieben. Untertags, nach der Schule, sorgen einige "Tagesmütter" in der Nachbarschaft für das Kind, während die Mutter sich als Spülerin und Aushilfskraft unter anderem im Hotel Königshof verdingt.  


 
           

 
 1941  Besuch der Knabenschule an der Guldeinstraße In den schattigen  Hinterhöfen, auf den  mit Kopfsteinpflaster versehenen Straßen zwischen Haus und Schule, Stiegenhaus und Kolonialwarengeschäft, tragen kleine Kinder- und Jugendbanden ihre Kämpfe aus. Straße gegen Straße, Häuserblöcke, verfeindet, das alles auf engstem Raum. " Da mußte man genau wissen, welche Straße sicher ist, um dann in Zickzacklinien heil zur Schule zu gelangen.."
                              

 

 

 

 

1937

 

Bereits als 11jähriger belegt er  einen Freihandzeichenkurs, während das "Haus der deutschen Kunst" seine Pforten als nazistischer Kunsttempel öffnet und  in unmittelbarer Nähe, neben dem Hofgarten, in der Galeriestrasse 4, die Europäische Moderne in der Ausstellung der "Entarteten Kunst" verhöhnt wird. Ob die seit Oktober 2011 vom Zentralinstitut für Kunstgeschichte u.a. verantwortete Internetveröffentlichung (GDK - Research) der richtige Weg ist, sich kritisch mit der nationalsozialistischen Kunstauffassung zu beschäftigen, bleibt dahin gestellt. -

 


 
 

 


 

 1938/39

 

Bis zu ihrem Verbot im Januar 1938 nimmt er an Veranstaltungen und zahlreichen Freizeitangeboten der Katholischen Werk-Jugend teil (Prälat Stephan Wellenhofer). Ein naher Verwandter wird als Kommunist aus dem KZ Dachau entlassen. - In diese Jahre fällt auch sein Beitritt in die Pflicht-HJ.

 


 
 
   

Nach der Volkschulzeit - ein Übertritt auf eine höhere Schule lässt sich nicht finanzieren -  strebt er zunächst eine Lehre beim Landesvermessungsamt an.  Eine Begegnung mit einem Schriftenmaler in der Müllerstrasse  führt jedoch dazu, dass er sich fortan dem (Be-) Malen verschreiben wird.

   

 
 1941 
 
 
   

Von 1941 bis 1944 absolviert er eine Lehre als Schriftenmaler, Vergolder und Lackierer bei Ludwig Heil in der Fraunhoferstrasse.

   

 
 1944 - 1945

Im Anschluß an die Lehrzeit zur Wehrmacht eingezogen, meldet sich der 17jährige zur Marine und wird noch im Sommer 1944 auf Sylt ausgebildet 

Josef Hauzenberger, 3.v.links, stehend, Matrosen-ausbildung, Kampen, Sylt.

um schließlich -in Ermangelung nautischer Fortbewegungsmittel -  als Infantrist im September '44 bei Aachen verwundet zu werden. Im Lazarett in Bad Driburg gerät er in amerikanische Kriegsgefangenschaft bis August 1945. ("Jugend-Amnestie")

Dort entstehen in einem schmalen Tagebuch Bleistiftskizzen und Porträtstudien.

                                                                  


 
 

 

 


 

Berufs- und Ausbildungsjahre


 

 

 
   

1947 - 1955 : Studium der Malerei bei

Richard Ott, der eine freie Kunstpädagogik vertritt und eine Theorie zur kindlichen Kreativität entwickelt. ".. Durch Ott wurde uns bald klar, daß Malerei nicht nur ein Verreiben von Farben auf einem Malgrund ist. Er empfahl uns statt Dörners "Malmaterial und seine Verwendung im Bilde" lieber Dostojewski zu lesen.." Franz Hirsch (siehe dazu auch den ausführlichen Beitrag im Text-Teil )


 


 
 
       

 
 

 

1949



 


 

Gründungsmitglied der "Freien Akademie" München. Teilnahme an einer Gruppenausstellung in der Städtischen Galerie München mit grafischen Arbeiten.

 

"Aktives oder förderndes Mitglied konnte jeder Interessierte werden. Ausschlüsse konnten ausgesprochen werden, hat es aber nie gegeben. Ein Passus ist mir noch in Erinnerung, der eine Forderung Otts in der Satzung enthielt, daß Kinder in Ausnahmefällen auch lehrende Mitglieder sein können.Dies ist kein Zufall, denn in diese Zeit fiel auch das Erscheinen von Otts "Urbild der Seele"... Franz Hirsch

 

       Er heiratet die Lehrerin Else Hoppinger.


 
 
       

 
 

 

1947 - 1967 : Einem Praktikum folgt eine Festanstellung am Theater am Gärtnerplatz als Kulissen- und Bühnenmaler. Dort fertigt er auch Plakate, gestaltet Programmhefte. In jene Jahre prominenter Produktionen unter

Eric Charell und dem Bühnenbildner Wolfgang Znamenacek fällt ein früher Italienaufenthalt mit seinen Theaterkollegen, und schnell gefertigte Tusche-Zeichnungen und Aquarelle, inspiriert von Landschaft und Meer, laufen durch seine Hand.


 


 

 

 

 
      1950 : Tod der Mutter
 

 

 

 

 

 

 

 


 

1950 - 1956 : Teilnahme an der Großen Kunstausstellung im Haus der Kunst München, Secession.

 


 


 
 

 

 

1950

1949

 


 

Was für die Institution des Hauses der Kunst zutraf, verdeutlicht sich auch am individuellen Beispiel: So wie sich das Haus an der Prinzregentenstraße 1  unter der neuen Leitung  zur Hauptaufgabe macht, in dem ehemaligen "Nazi-Kunst-Tempel" die seit 1933 verfemte und emigrierte Moderne nachzuholen, zu rehabilitieren, in großen Ausstellungen zu präsentieren, so läßt sich beim Betrachten des 1949 entstandenen Bild Hauzenbergers die intensive Beschäftiung mit dem Expressionismus nicht leugnen. Wobei, wie es die jüngste Debatte um das Werk Emil Nolde  zeigt, auch einen völkisch-deutschen Ausleger des Expressionismus gibt. -(Emil Nolde: Dunkelbraune Idyllen, Tobias Timm, in: DIE ZEIT, 4.4.19)- Und es falsch wäre, die rückwärts ausgerichtete Kunstauffassung des "Anstreichers"auf die gesamte Kulturpolitik zu übertragen.- 

 


 

Auch wenn anderen Orts, gerade in den USA, großartige abstrakte Kunstwerke entstehen, scheint mir der Rückgriff auf die Bildsprache des kantigen, groben, von klassizistischer symmetrischer Schönheit bewußt distanzierten Stil der 20ger Jahre angemessen zu sein, um auf die Umbruchs-Zeit, die Ruinenlandschaft, innen und außen, ästhetisch zu reagieren. Es kommt vorrangig ein ästhetischer und kaum ein  gesellschaftspolitischer Reflex bei Hauzenberger zum Tragen. Diese sichtbare Verwundung, die mehr zitiert, als neu erschafft, wird, je autonomer seine Arbeiten werden, zugunsten einer "Zurückerlangung des harmonischen Prinzips" in den darauffolgenden Jahren immer mehr zurückgedrängt. Es erscheint als ein dezidiert bürgerlicher, restaurativer Ansatz, der statt Fragen aufzuwerfen,  um eine wiederzuerlangende Normalität ringt. Der (vergebliche) Versuch, Teile der "zerbrochenen Welt" wieder heil zu machen mit den Mitteln der Kunst. Wobei auch die Metamorphosen des Jahrhundertgenies Pablo Picasso als Variante des überpolitischen künstlerischen Hedonismus als Massstab dieser Jahre mitgedacht werden können. 

 

Aus den vorgenannten Gründen scheint er sich besonders mit den figürlich-gegenständlichen Werken Beckmanns, Bacons und Légers in einer konstruktiven Komplizenschaft zu befinden.


 

1958 - 1980 : Teilnahme an der Großen Kunstausstellung im Haus der Kunst München, Neue Gruppe.

 

 

 


 

 


 

 

 


 


 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
         

 

 
 
 

 


 

   

1959: Trennung von Else Hauzenberger, Ehe mit Jutta R.

 

   

 


 

 


 

 


 

"Die Frau im modernen Leben", Katalog Helena-Rubinstein-Wettbewerb 1960

Städtische Galerie München


 

 


 

Dennoch schön" 1960 115 x 105, Katalog: S. 50
 

1960 : Helena Rubinstein-Wettbewerb, Kunstpreis Baden-Baden. Sein eingereichter Bildbeitrag "Dennoch schön", sichtbar beeinflußt   von Fernand Legers Formensprache, stellt eine eigentümliche Verbindung zwischen Frau und Maschinenwelt, sprich der Moderne her. 

Der Jury, der u.a. der Galerist Wolfgang Gurlitt angehörte,  lagen 1266 Arbeiten von 651 Teilnehmern vor, 316 Bilder von Malerinnnen und 950 von Malern.

Hauzenbergers Arbeit landete unter den besten 100 Werken und wurde ausgestellt. -


 


 

 

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1962 : Mit dem Kunstmaler Franz Hirsch übernimmt Josef Hauzenberger ein Atelier im Anwesen von Marianne und Josef Erber in der Marsopstraße in München-Obermenzing.

Dort macht er auch die Bekanntschaft mit dem Bildhauer und Plastiker Herbert Peters und der Photographin Ilse Peters.


 


 


 

Franz Hirsch,"Drei Grazien" Öl auf Leinwand


 

 

Renate Margarithe Hauzenberger (geb. Rammensee) 1941 - 1980 


 

1962 : Er lernt die zwanzigjährige  Studentin  Renate Rammensee kennen.

Aus dem oberfränkschen Gräfenberg, bzw. dem  Pfarrwaisenhaus Windsbach in Mittelfranken, findet die junge Frau den Weg in die Kunststadt München, um sich an der Akademie der Bildenden Künste zu bewerben. -

Ermutigt nicht zuletzt, indem von Seiten der Lehrkräfte und Mitschüler  ihrer Schule, dem humanistischen Gymnasium, das berühmt ist für seinen Knabenchor und in dem sie 1961 ihr Abitur ablegen konnte, ihr fortwährend eine grosse künstlerische Begabung bescheinigt wurde.

Das Bewerbungsgespräch  endet in einem Fiasko. Ihre Mappe mit Aquarellen und Ölskizzen, die in der fränkischen Heimat als Beleg ihrer grossen Begabung noch hoch gehandelt wurden , stößt  in der oberbayrischen Fremde auf keinen Widerhall, kann nicht überzeugen. Hat man ihr in Aussicht gestellt, sich nochmals zu einem späteren Zeitpunkt zu bewerben?  - Wäre man mit einem jungen Mann ebenso umgesprungen? - Tatsächlich  setzt Renate  nicht alles auf eine Karte, - die Bewertung von Kunst ist schliesslich Ansichtsache und keine Naturwissenschaft. Wie schon in einem Brief angekündigt, greift nun Plan B. Sie entscheidet sich stattdessen für ein Lehramtsstudium der Pädagogik.- Wie sich zeigen wird, interpretiert sie den Beruf aus der Perspektive einer Künstlerin und verbindet so Brotberuf mit ihrer Neigung.

In dem Beruf, den sie einige Jahre mit Begeisterung  ausüben wird, lässt sie, wie mir eine ehemalige Schülerin berichtete,  die Kinder, so oft und gut es mit dem Lehrplan irgendwie in Einklang zu bringen ist, fortwährnd malen und zeichnen.- 

Und dabei geht es ihr im Gegensatz etwa zu der scheinbar liberalen anthroposophischen Kunstauffassung um einen ganzheitlichen Ansatz, der in die Kreativität des Kindes weder begradigend noch abrundend eingreift.

Diese Auffassung teilt sie auch mit Josef Hauzenberger, den sie zu Beginn der Jahrzehnts als vergleichsweise arrivierten selbständigen Künstler kennenlernt. - Imponiert ihr das? Sucht sie in dem 15 Jahre älteren Mann etwa eine Art Vaterersatz? - Auf jeden Fall bringt auch die Frau etwas mit, kann mit ewtas glänzen, was in dem älteren bereits zum 2. Mal verheirateten etwas Nachhaltiges auszulösen vermag.- Ohne die beiden Ehen herabwürdigen zu wollen, das machte auch wenig Sinn, weil mir die Kenntnisse dafür fehlen, besonders, was die Ehe mit Jutta betrifft, tritt mit Renate wohl jemand auf den Plan, die aufgrund ihrer eigenen Neigung Josef Hauzenberger, wenn nicht gleich auf Augenhöhe, so doch in einem gemeinsamen Betätigungsfeld, die Kunst betreffend, begegnet. - 

Und, das lässt sich wohl in der Verallgemeinerung feststellen, dass fortan eine für die Kunst durchaus Begabte die eigene Ausübung zurückstellt, unterordnet einem Gemeinsinn, - .

 

 

1963 :  Geburt des gemeinsamen Kindes To Jo Mi

Weil der sog. "Kuppelleiparagraph" §180,3, es untersagt , Wohnungen an unverheiratete Paare zu vermieten - zu dieser Zeit steht die Scheidung Josefs von Jutta noch aus.  verbringt das Kind seine ersten 11 Monate in einem Säuglings-Heim, während Renate und Josef noch in getrennten Wohnungen leben.-

 

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Hochzeitsfeier, im Grundstück der Famiie Erber, Marsopstrasse,AAugust 1964


 
   

    

 

 

       

       
   

 

 

1964 : Porträtausstellung der Akademie der Schönen Künste, München.

 

   

 


 

 

   


 


 


 

 

 

 


 

Frauenbildnisse, expressive   Landschaften und organische Maschinen zählen in dieser Zeit zu seinen bevorzugten Motiven. Der Malgrund, oft eine schon auf einer Seite bemalte Leinwand, verleiht der ausschließlich von ihm verwendeten Ölfarbe eine besondere, schon behandelte Grundlage, die den kraftvollen Anstrich und die formale Entscheidung unterstützt.


 

 


 

 


 

         
   

 

1965 : Ankauf seiner Arbeiten von der Städtischen Galerie München und dem Freistaat Bayern.

 

   
         

 

Aus einem Bilderbuch v. R. H.

Ein Leben ganz im Dienste der Kunst


 


 

 

"Ein Leben ganz für die Kunst". Josef Hauzenberger, der die Fotoaufnahme vemutlich gemacht hat, gibt hier mehr oder weniger bewusst  als Momentaufnahme etwas über das "Projekt" jener Jahre preis, das in der oberen Bildmitte, auf einer Staffelei im rückwärtig gelegenen Atelier zu sehen ist: Ein Ölbild, ein Frauenbildnis, kurz vor der Fertigstellung. Frau und Kind im Vordergrund, so sachlich und ernst wirkend, scheinen sich der Tragweite bewusst zu sein, dass sie gegenüber der (heiligen) Kunst eher Nebenrollen einnehmen.  

Die kleine Illustration für einen Leporello, ganz links abgebildet, hingegen, macht sich von der Kleinfamilie ein anderes Bild.


 

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"Ostern 1967 für meinen Sohn, Josef Hauzenberger"

 

 

Kinderzeichnungen und Malereien erfreuen sich in dem Künstlerhaushalt grosser Beliebtheit. Das betrifft auch die Versuche des Sohnes, wenn er  im Atelier sich von den Ölbildern des Vaters für seine Wasserfarbenbilder inspirieren lässt.

 

 
 

Nur auf den ersten Blick scheinen die Arbeiten der Fotografin Ilse Peters  hinter dem Kunstschaffen der bildenden Künstler, die damals in dem Milieu und den Ateliers der Marsopstrasse beheimatet waren, zurückzustehen. - Nichtzuletzt auf dem Gebiet der Kinderfotografie  offenbart sich die Meisterschaft dieser  bescheidenen, aber gleichwohl grossartigen Foto-Künstlerin. - 

 

Ilse Peters, 2012, Foto: Thomas H.

       

 
 1968  


 


 


 

Ausstellung beim Berufsverband der Künstler in der Maximilianstraße zusammen mit Hans Mayer, Manfred Mayerle, Gerd Dengler, Franz Hirsch und Herbert Burger.


 

 
 
 

 

 

 
 


 

 

 

 

 

 

 

 

 
 


 

 

 

 


 
 


 


 

 

 

    Dr. Doris Schmidt (1918 - 2008)


 

 

 

 

vollständiger Artikel

>


 

 
         

 

 


 

1970: Wilma von Holzschuher stirbt durch Freitod.

Renate Hauzenberger, die in einer Grundschule  in Dachau als Lehrerin arbeitet, erkrankt an MS.


 


 

 

 
 
 

 

 

 

1973: Hauzenberger erhält den Auftrag für ein grosses Wandbild für die neue BMW-Firmenzentrale in München. (25 m x 3,20 m)

Auch Gerhard Richter ist mit drei grossformatigen abstrakten Arbeiten, die er für die Lobby des Karl Schwantzer-Baus, der sich vis-à-vis des Olympiageländes trotz der geometrischen Funktionalität in seiner modernen Formsprache kontrapunktisch behauptet, vertreten. (RotGelbBlau [WVZ: 345/1-3, 3 x 6 m)


 

 

 

 

 

 

 

 

"Die bildende Kunst hat bei der Gestaltung dieses Verwaltungsgebäudes eine nicht unwesentliche Rolle gespielt. Es seien nur zwei prononcierte Beispiele herausgegriffen, die jedes auf seine Weise exakt illustrieren, dass auch hier -- bei der Verbindung von Kunst und Architektur -- der konventionelle Weg, wo jeweols belanglose künstlerische Dekorationen einem Gebäude wie ein Mäntelchen verlegen umgehängt werden, verlassen wurde, um ganz gezielt der Kunst innerhalb dieser Architektur einen eigenen Stellenwert zu verleihen...Das heitere Wandbild von Josef Hauzenberger, das üebr die ganze breite Rückwand des Speisesaals geht, wurde für diesen Raum gemalt, auf die Wirkung in diesem Raum berechnet. Es symbolisiert Fruchtbarkeit, Idylle Verstädnigungsbereitschaft, Kommunikationsfreude. Das Bild ist zeitlich und örtlich nicht einzuordnen. Es könnten üppige Inseln eines Deltas sein. Die Plastizität der hin- und herfliegenden Taubenund der sich drängenden Früchteist gegenüber dem hellen Hintergrund so stark, dass sich diese beiden bildbestimmenden Formgruppen aus der Fläche des Bildes zu lösen und im Raum zu schweben scheinen...Kein grösserer Gegensatz zu Hauzenbergers "Tafelfreude" ist denkbar als Gerhard Richters "Landschaften" ind er Eingangshalle des Verwaltungsgebäudes.. "

Peter M. Bode, "Kunst im Haus - eine Entscheidung zur Form", in Entscheidung zur Form, 1973, Wien-München, S. 47K


 
 
   

 


 

 

1975 :

Ausgestaltung des großen Saals der Lehrwerkstätten Wolkersdorf bei Traunstein für die Deutsche Bundespost mit einem großen

Wandbild als Puzzle

 

Exkurs:  Verdunkelter Lebensentwurf. Von der Tapferkeit: Weder Diego Rivera, noch Frida Kahlo. Eher der melancholische Blick zurück.

Vordergründig wird das Familienleben in erster Linie überschattet durch Renate Hauzenbergers fortschreitende, in Schüben verlaufende Erkrankung. Im Grunde genommen ist es aber nicht die bis heute etwas rätselhafte Erkrankung, sondern der hilflose Umgang mit ihr, der langfristig für die soziale Ausgrenzung und eine Art "Vortod" führen wird.

Nach  Aufenthalten in Spezialkliniken und Sanatorien, darunter die zu der damligen Zeit ersten Adressen,  bezieht Renate mit ihrer Mutter Wilhelmine (1914-2011)     - sie kann ihren geliebten Beruf in der Schule bald nicht mehr ausüben - eine moderne, behindertengerechte Wohnung in einem etwas sterilen Neubaugebiet. 

Unvermeidlich prallen dort Lebensentwürfe frontal und unversöhnlich aufeinander.- Ohne Mediation, bzw. professionelle Hilfe scheitert das Wohngemeinschafts-projektt schliesslich nach wenigen Monaten: Die an sich schwierige Mutter-Tochter-Beziehung, die einmal im beschaulichen Tiroler Thiersee ihren Anfang nahm,  besteht den Test unter erschwerten Bedingungen einer progessiven Erkrankung nicht. 

Für Renate, meine Mutter, markiert die anschliessende Unterbringung in einem Pflegeheim, 6o Kilometer östlich von München gelegen,  einen folgenschweren Einschnitt. - Neben der fortschreitenden, aggressiv verlaufenden Erkrankung kann sie die Unterbringung als nichts anderes als Abschiebung und Kapitulation der Familie empfunden haben. Ob mehr aus Hilflosigkeit, oder fehlender Flexibilität., Renate  erleidet auch durch die in diesen Jahren wenig familiengerechte Unterstützung einen sozialen Teil-Tod. 

Diesen zunehmenden Verlust an Individualität und Eigenverantwortlichkeit vermag auch das unbestritten von Empathie und großer Einfühlsamkeit geprägte Engagement vieler Pflegekräfte, (hervorzuheben sind die vielen jungen freiwilligen Betreuerinnen und Zivildienstleistenden), auf das sie in der katholischen, ein weing bigotten Einrichtung trifft, nicht im Kern verhindern.

Es bleibt eine Verwahranstalt mit menschlichem Antlitz. - Und totzdem hat sie sich eingerichtet, die bescheidenen Freiräume abgesteckt und sich einem innneren Bildungs- und Entwicklungsprogramm verschrieben, das in grossem Missverhälnis zu der sich verschlechternden körperlichen Verfassung steht.- Sie lernt französisch, auch um den von ihr verehrten französischsprachigen Künstler  wie Proust, Chopin, Sand, Brel  etwas näher zu kommen.-  Insgesamt könnte man vielleicht von einer musischen, umfassenden Verfeinerung der Sinne  sprechen, einer Transzendenz.- Eine Expansion nach Innen gerichtet, die sich mir, dem heranwachsenden, in  den letzten Jahren teilweise erschlossen hat. 

Zwischen der anfangs 34-jährigen Renate Hauzenberger und ihrer Familie kommt es in der Folgezeit nur noch zu allenfalls  wöchentlichen Begegnungen, Besuche, in deren Verlauf man sich zunehmend entfremdet.

Josef Hauzenberger, so viel sei gesagt, hatte sich zuvor vergebens um eine behindertengerechte  Atelierwohnung bemüht.- Schlussendlich kam ein Zusammenleben, bis auf wenige Besuche von Renate, nicht mehr zustande

Ob ein Zusammenleben der Familie überhaupt noch möglich gewesen wäre? Und was bedeutete das für das künstlerische Schaffen Josef Hauzenbergers?

Zu einem Zusammenwohnen kommt es aus mehreren Gründen nicht. - Renate und Josef waren schon in den ausgehenden 19-Sechziger Jahren von einander abgerückt.- Teilweise generationell verursacht, indem sich mit der politisch-kulturellen Aufwallung im Epochenjahr 1967/68 die Kluft zwischen der 26-jährigen und dem 41-Jährigen nicht verkleinert hatte. - Im Gegenteil.- Trotzdem wird man feststellen dürfen, dass Josef Hauzenberger gerade durch die Einbeziehung der Freunde und Bekanntenkreise, die zunächst  aus dem Schulbereich kamen und später über behandelnde Ärzte hinzukamen, Anschluss gefunden hatte in bildungsbürgerliche Kreise.

Das heisst. Meine Mutter nahm zwar an den geselligen Zusammenkünften in dem Wohnateilier, das Josef Hauzenberger als grossen Gastgeber zeigte, nicht mehr selbst dabei, aber firmierte, indem die Gäste mittel- oder unmittelbar auf sei zurück gingen, trotzdem als eine Art Initiatorin.

Zurück zu der landschaftlich schön gelegenen Verwahranstalt, der letzten Wohnadresse von Renate, aus deren Zeit Aquarelle und Zeichnungen  ein beredtes Zeugnis ablegen über den Verschleiß und körperlichen Niedergang.- 

Trotz der erschwerten Umstände und des zeitlich engen Korsetts gelingen intensive  Begegnungen zwischen Mutter und Sohn. - Anstelle eines geregelten Familienlebens mit der Bewältigung von Alltagsproblemen, sorgt die Mutter (unterstützt mit dem Wissen der ganzheitlich ausgebildeten Pädagogin) mit  einer besonderen Zuwendung dafür, dass dem heranwachsenden, unter den beschriebenen Bedingungen, dennoch sowohl ethische, humanistische als auch musische  inhalte nahegebracht werden.

Auch Josef Hauzenberger scheint  rezibrok zu den Bedingungen in diesen Jahren künstlerisch über sich hinaus zu wachsen. - 

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    Neben der für die oben gezeigten Aufträge entwickelten transparenten Malweise übernimmt er fortan auch ein kreisbildendes gemaltes Passepartout. Zunächst zeichnet die Frauenbildnisse und Landschaften eine schnörkellose Strenge und geometrische Raumaufteilung aus.  
  Gerade einige der Arbeiten, die als Aufrtagsarbeiten für den halböffentlichen Raum von Behörden und Institutionen nach ausgeschrieben Wettbewerben realisiert werden, stösst das Obermenziger Atelier an seine Grenzen. - Trotzdem sind fast alle Bilder  dort gefertigt worden. Ausnahme der oben beschriebene Auftrag für den Zylinder-Bau der BMW-Zentrale am Petuelring. - Diese Arebiten wurden in einer Theater-Werkstatt am Baldeplatz gefertigt. 

Wandtafel, "Kunst am Bau", Marit M,                   Foto: Jürgen Mertin

   
   

 

 

 

 

 

Photo: Peter L. Meister

   
    1977 : Teilnahme an der Ausstellung "Dimension '77" Philip Morris International in der Stuck-Villa.        
  1979

 

Für ein Bild ertauscht er für seinen Sohn eine semiprofessionelle Fotoausrüstung mit Wechselmagazinen. Gelegentlich eines mehrwöchigen Londonaufenthalts bei einem befreundeten Arzt der Mutter, Jürgen Mertin, in Harrow, entsteht eine Photoserie, die sich mit verhüllten und verpackten Objekten im Britischen Museum befasst.  - Es entsteht seit jener Zeit zwischen Vater und Sohnn ein reger, intressierter Austausch in Fragen der Kunst und Fotografie. - 

 

 

 

 
         
   

 

1980 :  Renate Hauzenberger (*1941)  stirbt am 13. Mai in Schonstett bei Wasserburg am Inn. 

 

 

"Blick aus Fenster", Aquarell, Renate Hauzenberger, 1974

         
 
  1. Haus der Kunst, München

Teilnahme an der Jahresausstellung 1980

 

 
   

 

 

   
 

 

Ein Wahlplakat für DIE GRÜNEN  im Kreis Miesbach entsteht auf Initiative der befreundeten Arztfamilie Theml aus Bergham und fällt wider Erwarten keinem üblichen Vandalismus zum Opfer.

 


 

   
   

 

 

   
 

1982 : Für die Zentralvermittlungsstelle der Deutschen Bundespost in der Blutenburgstraße entsteht ein großes Wandbild. Höhe: 3, 20; Breite 10, 65 m.

 

   
   

 

 

   
   

 

1982: Verlobung mit Ingrid von Zabuesnig aus Söcking.          

 

   
     

 

Er unternimmt in der Folgezeit Reisen u.a. nach Venedig, Florenz, Padua und Rom. Von 1986 - 89 kommt es zu Sardinienaufenthalten, denen eine Zeit in Grimaud in Südfrankreich folgt.

 

   
   

Diesen Aufenthalten, Landschaftswechseln verdanken möglicherweise viele der im letzten Jahrzehnt  entstandenen Bilder ihre erdigen, vom kalten, saftigen Grün der Voralpen befreite Farbschattierungen.

 

 

 

Toskanisch die Hintergründe, von De Chirico geschenkte Arkadenbogen und eine intensivere, will sagen erinnerndere Malweise zeichnen diesen Abschnitt aus.

 

 
         
  Aus: Portraitserie, 1987-1988 

 
   

 

 

   
 

 

 

 

 

 

 

"Alptraum des Golfspielers"  1990

1991 : Er macht die Bekanntschaft mit der Metall-Bildhauerin Maja E. aus Icking. Gerade in diesem Jahr gelingen ihm besonders kraftvolle neue Frauen- und Paar-Bildnisse, die nicht mehr eingebunden, eingezwängt im Kreis, eine belebende Anknüpfung an die 1960ger Jahre und an etwas völlig davon Verschiedenes bezeugen.

 

   
         
     
  Es bleibt verwaist ein Bleistiftentwurf eines privaten Bildauftrags, aufgetragen auf die Leinwand (80 x 80 cm), das ein Frauenbild zeigt samt grob skizziertemKopftuch und angedeuteten Papagei...
 
     
   

 

 

Photo: Thomas H., 1991

 

  Am 29. Juli stirbt Josef Hauzenberger an den Folgen eines erlittenen Herzinfarkts im Krankenhaus Neuwittelsbach.
 

1992 : Gedächtnisausstellung "Josef Hauzenberger 1926 - 1991" in der Galerie der Künstlervereinigung Dachau (Annekathrin Norrmann)

 

Photo: Thomas H.

 

 

   
   

     

Photos: Peter L. Meister

     
   

 

Unter den zahlreichen Freunden, Bekannten und Personen, die auf unterschiedliche Weise Josef Hauzenberger als Künstler und Menschen schätzen gelernt haben und denen ich viel dafür zu danken habe, dass es nach dem Tod zu einer posthumen Ausstellung, einer Hommage für ihn in Form eines kleinen Kataloges und einer repräsentativen Schau seiner Bilder  kommen konnte, möchte ich an dieser Stelle neben der Familie Meister aus der Rothschwaige und der Famlie Rosenbusch aus Unterhaching  zwei Personen namentlich hervorheben:

Dr. Harald Theml (1940 - 2005)   Herbert Peters (1925 - 2006)

 

   
 
1992 :  Ausstellung in Geretsried mit Eisenpalstiken v. Maja Engelbrecht.
 
     
         
  2012: 100 Jahre Floßmann-Atelierhaus: Josef Floßmann, Josef Erber, Georg Schrimpf, Marianne Erber, Josef Scharl, Edgar Ende, Wolfgang Znamenacek, Herbert Peters, Josef Hauzenberger, Franz Hirsch.   

Prof. Dr. Christiane Lange, Simon Erber, August 2012 

   

 

 

   
 

  Epilog -   Eine Adresse verschwindet

   
  Noch im November 2014 war es dieser geheimnisvolle Blick vom Kanal, der das Wasser von der wilden Würm zum Schloss Nymphenburg transportiert, der nur einen Teil des Grundstücks freigab, aber ganz vorne die Vorderseite des Häuschens, in dem ich Kind war, zu erkennen gab.    
         
 

Erst wenn man den in das Anwesen eingetreten war, weitete sich der Blick auf ein wahrlich herrschaftlich zu nennendes Ensemble von Gebäuden und Gartenlandschaft. -

Das Wäldchen verbarg aber auch den am Kanal vorübergehenden Spaziergängern das Kleinod, die Idylle, so dass es einer Abgeschiedenheit gleichkam, die mit der Zurückgezogenheit einiger Bewohner in einer gewissen Allianz zu stehen schien. 

 

   
         
  Aus gegebenem Anlass wird an dieser Stelle die Information nachgereicht, dass das Grundstück der Familie Flossmann und Erber, das mit seinen Ateliers über viele Jahrzehnte Künstlern mit ihrem Anhang eine Heimat und eine Arbeitsstätte gab, nun in einer gravierenden Weise  Einschnitte erfahren hat und erfährt, indem  der vordere Teild des Eingangsbereichs mit dem Wäldchen einer Neubebauung weicht. - Damit ist auch die Adresse der Marsopstrasse Vergangenheit. Bewohner  und Besucher der beiden Gebäude, die bis jetzt nicht zur Disposition stehen, betreten das Grundstück nun von der rückwärtigen Seite der Feichthofstrasse.     
         
 

Es steht meiner Person nicht an, den Umstand der verändernden Eingriffe zu bewerten. Aber ganz zu verbergen brauche ich die nostalgischen Empfindungen nicht, mit denen ich diese Veränderung zur Kenntnis zu nehmen habe. 

 

Dabei möchte ich auch an dieser Stelle betonen, dass ich mit vielen Mitgliedern der Familie, den Grundstückseigentümern, in gutem Kontakt  stehe.- Und mich ganz bewusst einer eindeutigen Parteinahme verweigere. -

 

Aber vor dem Hintergrund, dass ich mich dankbar weiss, dorten meine Enfance, meine Kindheitsjahre verbracht haben zu dürfen, trauere ich ob der unwiderbringlichen Verluste an Baum, Strauch und der vielversprechenden, edlen Wegstrecke. 

 

Immerhin. - Was sich als Zerstörung ausnimmt, als Zwischenzeit, bevor Kran und Bagger, Betonmischer und Gerüstbauer diesen Platz für sich einnehmen werden, gibt Gelegenheit zum ungewöhnlcihen Einblick vond er südlcihen Seite der Marsopstrasse.

Veränderungen begleiten das Leben. Kindheit und Heimat avancieren von ortsgebundenen Konstrukten zu konstitutiven Phantasmen.

 

Photographie an der Schnittstelle. 

Thomas H., 30.9.2015

 

Veränd

 

ThTo 

         

 


 


 


 


  


 

 


 

 

 

 

 


 


 

 


 


 


 


 

 

 


 


 


 


 

 


 


 

 

 


 


 


 

 

 


 


 

 

 


 

 


 

 


 


 


 

   
 


 


 


 


 


 


 


 


 


 

 

 


 


 


 


 


 


 

 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 

 


 


 


 


 


 


 

 

 


 


 

 

 

 

 

 
         
       
         

 

 

 

Texte: Hans-Wolf Jäger Franz Hirsch Harald Theml Doris Schmidt  

Ulla Schirmeyer

 


 

 

 

 


 



 

 

 

 

 


 


 


 

 


 

 


 


 


 


 

 

 


 



 


 


 


 


 

 


 

Sprechen wir von "Mann und Frau-" von Paarbeziehungen. Als das Wünschen noch geholfen hat


 


 

 


 


 


 


 


 


 

 


 

 

 


 

 

 

 



 

 

 

 


 


 

 

 

 

 

 


 

 


 

 

 

 

 


 

 

 


 

 

 


 

 


Black & White: Photographien von Ilse Peters:

 


 

 

 

 

 

 



 


 


 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

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