Josef Hauzenberger (1926 -1991) 

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 Im Aufbau: Kunst am Bau - Arbeiten im öffentlichen Raum

 

Grundsätzlich erfüllen öffentliche Aufträge für selbständige Künstler oftmals den Zweck, sich ökonomisch abzusichern bzw. die eigene freie Kunstausübung zu ermöglichen. Das trifft, soweit sich das sagen läßt, auch für Josef Hauzenberger zu. Und trotzdem greift dieser utilitaristische Ansatz dann zu kurz, wenn die im Rahmen öffentlicher Ausschreibungen, für konkrete Orte und Raumvorgaben entworfenen Produktionen etwa als "sekundäre", als Kunstwerke minderer Qualität aufgefasst würden. Bei Hauzenberger scheinen  gerade großformatige Aufträge, wie sie etwa für das Verwaltungsgebäude der Bayerischen Motorenwerke oder für Einrichtungen der Deutschen Post realisiert werden konnten, auf signifikante Weise Einfluß auf die Malweise seines gesamten Werks genommen haben. So wechselt  nicht zufällig zu Beginn der siebziger Jahre die Art des Farbauftrags von einem dicken, fast ungezügelten "expressionistischen" Pinselduktus zu einer domestizierten, ökonomischen, fast transparenten Malweise, die bisweilen kühl, ja steril wirkt im Verhältnis zu den Bildern der sechziger Jahre. 

Für diese - allein quantitativ - großen malerischen Herausfoderungen (nicht zuletzt was die Maßstabsveränderung anbelangt)  konnte er nur zum Teil auf jene handwerklichen Fertigkeiten zuückgreifen, die er sich während seiner zwanzigjähigen Tätigkeit als Bühnenmaler erworben hatte. Zwar galt es auch hier, ganz andere Proportionen und Maße auszufüllen, aber im Gegensatz zur temporären, zweckgebundenen  Theaterkulissenmalerei, vorwiegend auf Effekt und in kostengünstiger Weise hergestellt, entfernte er sich schon in der Wahl seiner Mittel weitgehend von den nicht eigenverantworteten Produktionen. Gerade weil er vom "Theater" kam, den doppelten Boden, die Theatereffekte beherrschte, wußte er sich in seinen nur von den Dimensionen ähnlichen öffentlichen Aufträgen abzuheben.

Gelegenheit für eine verspielte, der Phantasie freien Lauf und Pinselstrich lassende Malerei, bot sich im Kleinen, wenn es etwa darum ging, Geschenke zu gestalten, kleine Holzkistchen zu verzieren. Im großen Format aber konnte er sich gelegentlich von sog. Faschingsdekorationen "austoben" und verwirklichen. So verstand er es  in den späten siebziger, frühen achtziger Jahren auf Einladung des Lehrstuhls für Kybernetik an der Technischen Universität München auf seine Weise an eine dionysische Münchner Tradition der Atelierfeste der fünfziger und seschziger Jahre anzuknüpfen. 

 

      

Wenngleich die Originale bedauerlicherweise nicht mehr erhalten sind, geben die Photographien doch in eindrücklicher Weise Einblick die verspielte Leichtigkeit wieder, mit welcher diese Prospekte, die sichtbar sich des Repertoires der antiken Sagenwelt bedienen, angelegt wurden.  Wie sich hier eindrucksvoll zeigt, konnte er die in den Theatermalsälen erworbenen Fähigkeiten - hier allerdings in eigener Regie - fast aus dem Stand abrufen - und für eine Weile die in strenger Auftteilung und Bearbeitung entstehende Malweise seiner "seriösen Arbeit" für einen Moment ruhen lassen. hintanzustellen

                                                                                                                        In dieser Hinsicht mag man es durchaus bedauern, dass sich Hauzenberger nur zu selten diese "Auszeit" und Freiheit genommen hat- als Korrektiv zu der formal-strengen und thematisch eingeschränkten Produktion dieser Jahre - nahm.

     

 

 

Auch wenn hier nicht der Ort ist, explizit auf die Bedeutung des Münchner Faschings, etwa der berühmten "Schwarz-Weiss-Bälle"  gebührend einzugehen, lässt sich die karthatische Wirkung des spezifisch altbayerischen, also katholisch-geprägte n Fasching für Vertreter die Nachkriegsgenerationen gar nicht überschätzen. Noch inmitten der authentischen Ruinenkulissen, einer zu 60 Prozent zerstörten Stadt, sukzessive sich zu etablieren begann, eine karthatische Wirkung entfaltet haben. - München selbst war als Stadt noch relativ glimpflich aus dem Zweiten Weltkrieg hervorgegangen - ohne dass die 6000 Opfer, die durch den Luftkrieg zu Tode kamen, verharmlost werden soll. Aber  gemessen an dem Umstand, dass München als frühe Wirkungsstätte und Testgelände für den Aufstieg Hitlers und seiner Bewegung von nicht nachrangiger Bedeutung war, von den "Ehrentiteln" Hauptstadt der deutschen Kunst und der Beegung mal ganz abgesehen, 

Immerhin: Es waren nicht zuletzt die Kriegsjahre, die den Komplett-Umbau Münchens in den Brutalo-Klassizismus aufschoben, bzw. nachdem das "Kriegsglück" die Seiten gewechselt hatte, ..

Trotzdem: Die Innenstadt war bis zu sechzig Prozent stark in Mitleidenschaft gezogen worden. - Kein Kirchendach blieb heil, kein Straßenzug, und auch vor der grossen Residenz machte der Bombenkrieg nicht halt.- Es soll andere Städet geben, mit vergleichbarem Schaden.- München restaurierte sich, Kernsanierte sich. - Die Fassaden erstandne aus Ruinen, 

Dabei wird man sagen müssen, dass im Falle der Maxvorstadt, es Nachbauten, Attrappen historischer, meist italiener Provenzienz waren.- 

 

 

Selbstverständlich korrespondierte diese auf einige Wochen begrenzte hedonistische Lebenskultur auch mit einer ostentativen "unpolitischen Halrtung", einer kollektiven Verabredung, die belastenden Themen der Zeit auszublenden, bzw. aktiv zu "beschweigen".  So gehörten diese für diese Zeit, lebensbejahenden Zeugnisse einerseits zum sichtbaren, öffentlich gemachten Rahmen eines Rückzugs ins Private. Andererseits wurde mit der Aufnahme an eine Tradition der Stadt München angeknüpft, deren Ursprünge bis ins späte 19. Jahrhundert zurückreichen. Insofern restaurierte und wiederbelebte sich eine "geordnete Freizügigkeit" auf der Folie eines durch den christlichen Kalender festgelegten zeitlichen Ablaufs.- 

Es gibt unzählige Interpretationen mit unterschiedlichem. - 

 

 

 

 

Grundsätzlich erfüllen öffentliche Aufträge für selbständige Künstler oftmals den Zweck, sich ökonomisch für eine längere Zeit abzusichern bzw. die eigene freie, auftragsunabhängige  Kunstausübung zu ermöglichen. Das trifft, soweit sich das sagen läßt, auch für Josef Hauzenberger zu. Aber gerade im Fall von Hauzenberger würde dieser utilitaristische Ansatz dann zu kurz greifen, wenn die im Rahmen öffentlicher Ausschreibungen, für konkrete Orte und Funktionskontexte entworfenen Produktionen etwa als "sekundäre", als Kunstwerke minderer Qualität aufgefasst würden. Bei Hauzenberger  scheinen  gerade großformatige Aufträge, wie sie etwa prototypisch für das Verwaltungsgebäude der Bayerischen Motorenwerke oder für Einrichtungen der Deutschen Post realisiert wurden, auf signifikante Weise Einfluß auf die Malweise seines gesamten Werks genommen haben. Insofern greift mit dieser Wechselbeziehung 

So wechselt  wohl nicht zufällig zu Beginn der siebziger Jahre die Art des Farbauftrags von einem dicken, fast ungezügelten "expressionistischen" Pinselduktus zu einer domestizierten, ökonomischen, fast transparenten Malweise, die bisweilen kühl, ja steril wirkt im Verhältnis zu den Bildern der sechziger Jahre. 

Überblickt man die biographischen Daten, scheint es sich anzubieten, dass   Hauzenberger bei der Bewältigung der Großformate gerade auf die Erfahrung und Techniken zurückzugreifen vermochte, die er sich seit Ende der 40ger Jahre im Rahmen seiner Tätigkeit als Bühnenmaler erworben hatte, um "Großes" zu schaffen mit wenig 

Bei genauerer Betrachtung ist das aber gerade nicht der Fall. Opern- und Theaterprospekte sind szenische Raumteiler, dienende Hilfsmittel auf Zeit, um eine Aufführung mit ihren Protagonisten ins rechte Licht zu setzen. Sie sind hintergründig, aber flach in der Ausführung, um so in 20 Meter Abstand einen möglichst Effektheischenden "Eindruck" zu erwecken. - Um nicht missverstanden zu werden: Selbstverständlich entspricht die Arbeit des Bühnenbildners in der Regel die eines Künstlers.- Und es gimgt gerade in den letzten Jahren nach dem Regie-Theater auch ein Bühnenbild-Theater,  das die angestammte Hierarchie auf den Kopf stellt- Jedoch der Bühnenmaler, bzw. Theater-Schreiner oder Konstrukteur ist ausführend und nicht schöpfend. 

Die Funktion und von Werken, wie sie unter der Überschrift "Kunst am Bau" firmieren und hergestellt, oder dafür ausgesucht werden, ...

Ihre Bühne ist die gewöhnliche , öffentliche Raum, . - Sie sekundieren dabei einer meist architektonischen oder gartenbaulichen Ästhetik-Idee..

Für diese - allein quantitativ - großen malerischen Herausfoderungen (nicht zuletzt was die Maßstabsveränderung anbelangt)  konnte er nur zum Teil auf jene handwerklichen Fertigkeiten zuückgreifen, die er sich während seiner etwa zwanzigjähigen Tätigkeit als Bühnenmaler erworben hatte. Zwar gehörte es gerade hier zum Handwerkszeug, mit grossflächigen Hintergründen ..ganz andere Proportionen und Maße auszufüllen, aber im Gegensatz zur temporären, zweckgebundenen  Theaterkulissenmalerei, vorwiegend auf Effekt und in kostengünstiger Weise hergestellt, entfernte er sich schon in der Wahl seiner Mittel weitgehend von den nicht eigenverantworteten Produktionen. Gerade weil er vom "Theater" kam, den doppelten Boden, die Theatereffekte beherrschte, wußte er sich in seinen nur von den Dimensionen ähnlichen öffentlichen Aufträgen abzuheben.

Gelegenheit für eine verspielte, der Phantasie freien Lauf und Pinselstrich lassende Malerei, bot sich im Kleinen, wenn es etwa darum ging, Präsente zu gestalten, etwa kleine Holzkistchen zu verzieren. Im großen Format aber konnte er sich gelegentlich von sog. Faschingsdekorationen buchstäblich "förmlich austoben" und so eine nicht ganz ernste Saite zum Klingen bringen. So verstand er es  in den späten siebziger, frühen achtziger Jahren auf Einladung des Lehrstuhls für Kybernetik an der Technischen Universität München auf seine Weise an eine dionysische Münchner Tradition der Atelierfeste der fünfziger und seschziger Jahre anzuknüpfen. -  

 
   
   

 

     
     
     
     
     
     
     
     
     

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